Burladingen Weihnachtsdorf im Sonnenschein

Strahlende Gesichter. Mit der Dunkelheit zog die Stimmung ins Burladinger Weihnachtsdorf ein.
Strahlende Gesichter. Mit der Dunkelheit zog die Stimmung ins Burladinger Weihnachtsdorf ein. © Foto: Matthias Badura
Burladingen / Eugen Leibold und Matthias Badura 02.12.2018
Adventsstimmung wollte beim 4. Burladinger Weihnachtsdorf noch nicht so richtig aufkommen. Zu schön war der Nachmittag.

Stiller Wald, starrer See, die Welt vom Schnee verzaubert, Wärme in den Stuben, Glöckchenklang – das kam einem am Samstagnachmittag bei der Eröffnung des Burladinger Weihnachtsdorfes, als die Stadtkapelle, die schönen alten Adventslieder spielte, noch nicht in den Sinn. Zu sonnig und mild war der Nachmittag, der Vorplatz der Halle, wo wieder die Häuschen der Vereine aufgebaut standen, lag in gleißendem Sonnenschein. Irgendwie ein eher sommerliches Flair.

Die Stimmung kam mit dem Einbruch der Dunkelheit. Und jetzt war’s – ja, richtig heimelig. Lichterglanz, Glühwein- und Bratwurstduft, alles, was ein Weihnachtsmarkt braucht, war vorhanden. Auch an Besuchern fehlte es nicht. Dem Eindruck zufolge kamen die Gäste zumeist aus Burladingen und den Stadtteilen. Ein überregionaler Anziehungspunkt ist das Weihnachtsdorf derzeit wohl nicht – wohl auch wegen der enorm gewachsenen Konkurrenz allenthalben. Aber immerhin, die „eigenen“ waren da, man traf viele Bekannte, denen man das Jahr über sonst nicht begegnet. Dieser Zuspruch zeigt, oder deutet zumindest an, dass die Veranstaltung weiterhin Potential besitzt.

Im kommenden Jahr, das war ein Thema unter den anwesenden Vereinsleuten und Gemeinderäten, soll das Dorf auf dem neuen Rathausplatz aufgebaut werden. Darauf freuen sich viele, die der Ansicht sind, ein Weihnachtsmarkt gehöre ins Freie und nicht in Teilen in eine Festhalle (wo auch dieses Jahr die Händler und Anbieter wieder ihre Stände aufgebaut hatten): Den Kritikern erscheint der Hallenvorplatz zudem viel zu eng. Zu gedrängt stehen die Stände, monieren sie. Und die zwei Ebenen, in die sich das Gelände teilt, würden die Veranstaltung spalten, weil  die Stände im oberen Teil regelmäßig ins Hintertreffen geraten.

Es gibt aber sehr wohl auch Fans des Standorts: In der Halle, argumentieren sie, könne man sich aufwärmen, sie verfügt über eine Bühne für Aufführungen und über ordentliche Sanitäranlagen. Der Platz? Eng, ja, aber heimelig.

Fest steht, dass sich die Besucher, die am Samstag da waren, wohl fühlten. Man sah gut gelaunte Mienen, hörte Gelächter. Die Auswahl  an Getränken und Speisen von der Roten bis zur Asia-Pfanne war reichhaltig, und was die Händler in der Halle anboten, kann, geschmackvoll und erlesen, mit jedem anderen Weihnachtsmarkt weitum mithalten. Ein Höhepunkt war der nochmalige Auftritt von Mitgliedern der Stadtkapelle, die nächtens vom Hallenbalkon auf den Platz herab spielten. Den Kindern, die zu der Zeit schon in ihren Betten lagen, dürfte dagegen besonders der Auftritt des Nikolaus und seines Knechtes Ruprecht am Spätnachmittag gefallen haben – sofern sie nicht das Spieleangebot des Jugendbüros nutzten.

HGV-Chefin Claudia Dehmer hatte bei der Eröffnung also nicht zuviel versprochen: Das 4. Burladinger Weihnachtsdorf wurde zu einer gelungenen Veranstaltung. In eigener Sache erinnerte Claudia Dehmer bei der Gelegenheit noch an die HGV-Weihnachtsaktion, bei der man dieser Tage in den Einkaufsläden der Stadt wieder Gutscheine gewinnen kann.

War da noch etwas? Ach ja, die wunderbare Tanne am Eingang zum Platz. Schön gewachsen und groß, mindestens so prächtig wie die Kanzlertanne in Berlin, wenn nicht gar prächtiger. Und viel besser geschmückt sowieso. Der Baum stammt nicht aus dem Wald, sondern aus einem Garten. Eine Burladinger Familie hat ihn der Stadt überlassen.

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Mal stand das Burladinger Weihnachtsdorf vor der Stadthalle. Im kommenden Jahr soll die Veranstaltung auf dem neuen Marktplatz stattfinden.

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