Melchingen / Matthias Badura

Der Melchinger Lindenhof befindet sich im Wandel. Unterstützt von Fördermitteln der Kulturstiftung des Bundes geht er neue Wege, öffnet sich für neue Gruppen, geht mit neuen Projekten noch mehr hinaus – sogar bis hinein in die Wohnstuben (die HZ berichtete). Das Ansinnen der Stiftung ist es, Kultur auf dem Land zu fördern beziehungsweise die „Kulturregion Schwäbische Alb“ zu stärken. Eine Sache, das sagt Lindenhof-Intendant Stefan Hallmayer, die natürlich dem Theater Lindenhof, vor allem aber doch den Menschen der Region zugute kommt.

Viele Projekte sind angelaufen. Darunter eine Kooperation mit dem Landestheater Tübingen. Seit Herbst gastiert die Bühne regelmäßig mit Kinder- und Jugendstücken in Melchingen. Ein durchschlagender Erfolg war das Angebot bisher noch nicht. Zumal bei den Spielterminen, die sich sonntags an Kinder und Jugendlich richten.

Voll besetzt zeigten sich dagegen die jüngsten drei Vorführungen für Kindergärten und Schulen. Sie finden einmal im Monat  immer montags statt. „Hier ist das Interesse inzwischen groß. Das Problem ist, dass die Gruppen auf den Bus angewiesen sind. Das muss organisiert werden, das kostet Geld“, sagt Hallmayer. Das sei ja eben die Krux auf dem Land, fügt LTT-Intendant Thorsten Weckherlin hinzu, ständig auf Transportmittel angewiesen zu sein.

Wie man das Problem lösen könnte, wissen er und Hallmayer nicht so recht. Kein reitender Bote in Sicht? Niemand, der vielleicht einen Bus und die entsprechende Transportbefähigung zur Verfügung hätte? Ein Jammer, denn unbestritten ist Kindertheater etwas unendlich Wertvolles. Und die Nachfrage der Kindergärten und Schulen ist ja da.

Sonntags spielen die LTT-Künstler oft vor einem leerem Melchinger Theatersaal. „Das ist etwas, was wir zuerst mal lernen mussten“, schmunzelt Weckherlin. In Tübingen sind die Jugendaufführungen rappelvoll. Woran liegt’s? Berührungsängste? Oder daran, dass Eltern diese Möglichkeit, ihren Kindern pädagogisch wertvolle Unterhaltung zu bieten, hier nicht kennen? Gab’s ja bisher auch kaum.

Die beiden Bühnen werden die Kooperation im Jugendbereich fortführen. Wie man allerdings in der Spielzeit 2017/18 verfährt, hängt dann doch von der Nachfrage ab. Schade, wenn das exquisite Angebot nicht angenommen würde.

Weitere Vorführungen des Jungen LTT

Termine Das Junge LTT kommt am 19. und 20. Februar wieder in den Melchinger Lindenhof. „Raus aus dem Haus“, heißt die Geschichte für Theaterbesucher ab drei Jahren. „Parzival“, für Besucher ab zehn Jahre, wird am 9. März gespielt, „Störtebeckers Sohn“, ab acht Jahren, am 12. März.