Vor Jahren . . . ach, egal. Freilich war das Nikolausheim in den Anfängen der Mostprobe des Hausener Obst- und Gartenbauvereines regelmäßig bis auf den allerletzten Platz besetzt. Das ist nicht mehr ganz der Fall, aber immerhin: Es gibt die Veranstaltung noch. Und noch immer kommen etliche Besucher, wenn auch die Tischreihen inzwischen lockerer gestuhlt, ja zu Kreisen angeordnet sind. Was soll's, das schafft eine umso gemütlichere Atmosphäre.

Das Killertal-Echo spielte, dazu gab es Schmalzbrote, Speck, Bauernbratwürste und Most aus dem Keller des Obstbauvereins. Mostereibesitzer Thomas Beck aus Weilheim erzählte zwischendurch allerlei Wissenswertes über die Veredelung von Äpfeln und Birnen sowie über das Schnapsbrennen.

Zwölf Besucher hatten von ihrem hauseigenen Apfelgetränk mitgebracht und es der Jury zur kritischen Betrachtung überlassen. Keine ganz leichte Aufgabe für die Wertungsrichter, zumal das Obstjahr 2015 von der Sonne verwöhnt worden war, wie selten eines. Entsprechend golden leuchteten alle zwölf dargereichten Flüssigkeiten.

Im Geschmack waren dann aber doch recht schnell Unterschiede zu erahnen. Hier hatte einer versucht, die Säure mit Hilfe von Süßstoff zu unterdrücken, dort war deutlich Schnaps beigemischt. Übrigens in früheren Zeiten gar nicht sooo unüblich, den Most auf diese Weise zu veredeln beziehungsweise zu verstärken.

Am Ende war sich die Jury einig: Walter Glaser aus Burladingen hat wieder einmal ein ganz hervorragendes Getränk in seinen Fässern lagern: 103 Punkte für seinen Most! Es folgte Reiner Schneider aus Stetten bei Haigerloch, seinem Produkt maßen die Juroren 102 Punkte zu. Ottmar Kusters Haustrunk landete mit 96 Punkten auf Platz drei. Obstbauvorsitzender Christian Kugler schaffte es indessen nur Rang fünf. Nein, Ansehen der Person zählte für die Jury eben nicht! Anschließend durfte das Publikum selber urteilen, die Proben waren freigegeben. Da sah man frohe Gesichter. Most macht eben lustig.