Museen Vorbildlich: Das Deutsche Peitschenmuseum

Bei der Preisverleihung im Metzinger Weinbaumuseum (von links): Karlheinz Geppert, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk, Regierungspräsident Hermann Strampfer, Oliver Simmendinger, Leiter des Peitschenmuseums, Hartmut Witte vom Regierungspräsidium und Johanna Simmendinger, Schriftführerin des Heimatvereins Killer.
Bei der Preisverleihung im Metzinger Weinbaumuseum (von links): Karlheinz Geppert, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk, Regierungspräsident Hermann Strampfer, Oliver Simmendinger, Leiter des Peitschenmuseums, Hartmut Witte vom Regierungspräsidium und Johanna Simmendinger, Schriftführerin des Heimatvereins Killer. © Foto: Privatfoto
Killer/Metzingen / Hardy Kromer 13.11.2012
Das Deutsche Peitschenmuseum in Killer ist am Montagabend in einer Feierstunde in Metzingen als eines von vier „vorbildlichen Heimatmuseen“ im Regierungsbezirk Tübingen ausgezeichnet worden.

Das Deutsche Peitschenmuseum in Killer ist am Montagabend in einer Feierstunde in Metzingen als eines von vier „vorbildlichen Heimatmuseen“ im Regierungsbezirk Tübingen ausgezeichnet worden.

Herausragende Auszeichnung für das kleine Museum im alten Killermer Bahnhöfle: Bei der zehnten Auflage des Wettbewerbs „Vorbildliches Heimatmuseum“ im Regierungsbezirk Tübingen ist das Deutsche Peitschenmuseum neben dem Weinbaumuseum Metzingen, dem Württembergischen Trachtenmuseum Pfullingen und dem Oberschwäbischen Torfmuseum Bad Wurzach als Preisträger ausgezeichnet worden.

Museumsleiter und Gründer-Sohn Oliver Simmendinger war am Montagabend zusammen mit seiner Frau Ina, seiner Mutter Johanna und seinem Bruder Florian im Metzinger Weinbaumuseum, um den mit 2000 Euro dotierten Preis für den ehrenamtlich geführten Familienbetrieb entgegen zu nehmen. Mit von der Partie waren auch Bürgermeister Harry Ebert und die Tourismusbeauftragte der Burladinger Stadtverwaltung, Sylvia Kranz, sowie die Landtagsabgeordneten Karl-Wilhelm Röhm und Andreas Glück. Die Preise übergaben Regierungspräsident Hermann Strampfer und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Karlheinz Geppert.

Die Jury hatte unter Leitung von Karlheinz Geppert die Preisträger unter einer Reihe hervorragender Bewerbungen ausgewählt. Insgesamt hatten sich 24 Museen um die Auszeichnung beworben. Für die Auszeichnungen waren vor allem die Form der Geschichtsvermittlung, die Dokumentation regionaler Entwicklungen und Besonderheiten, die Art der Aufbereitung und Präsentation, die Besucherfreundlichkeit sowie das ehrenamtliche Engagement maßgebend.

Als sachverständiges Mitglied der Jury fungierte die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger. In ihrer Laudatio blickte sie auf die Entstehungsgeschichte des Peitschenmuseums zurück. Sie rief in Erinnerung, dass das Bahnhöfle von Killer 1990 zum Abbruch freigegeben war, bevor es unter der Ägide des damaligen Heimatvereinsvorsitzenden Jürgen Simmendinger zum Deutschen Peitschenmuseum umgebaut wurde. Simmendinger hatte 1986 bei den Heimattagen in Albstadt erstmals den Blick auf die Peitschenmacherei im einst armen Killertal gelenkt. Der Bahnhof wurde in Eigenarbeit renoviert, zu einem Schmuckstück gemacht und 1993 als Museum eröffnet. Seit 2007 leitet es Sohn Oliver, in vierter Generation der Peitschenmacherei in Killer verschrieben. Die Jury hatte sich vor Ort davon überzeugt, dass alle Maschinen und Geräte das ausgestorbene und lange vergessene Peitschenmacherhandwerk in originalen Funktionen zeigen und ein sehr lebendiges, umfassendes Bild vermitteln.

Besonders würdigte Köhle-Hezinger das gesamtfamiliäre Engagement der Familie Simmendinger, die von Anfang an in allen Bereichen des Museums federführend tätig gewesen ist: Heute sind dies Oliver Simmendinger als Vereinschef und Museumsleiter, seine Mutter Johanna Simmendinger als Schriftführerin sowie seine Ehefrau Ina und sein Bruder Florian als gleichfalls ehrenamtliche Mitarbeiter in der Cafeteria und im Service. Und selbst Söhnchen Benjamin kenne sich mit seinen sieben Jahren bereits gut aus und könne schon manche Maschine bedienen. „Außergewöhnlich“ sei dieser Zusammenhalt, befand die Jury.

Oliver Simmendinger zeigte sich in seiner Dankesrede stolz auf diese für eine solch kleines Museum ganz besondere Auszeichnung. Sie bestärke ihn, „auch weiterhin alles dafür zu tun, dass das Wissen um die Peitsche und das Peitschenmacherhandwerk erhalten bleiben“.

Die 2000 Euro Preisgeld, so versprach Simmendinger, werden zu hundert Prozent für den Erhalt des Museums eingesetzt. Im nächsten Jahr soll das 20-jährige Bestehen des Peitschenmuseums gefeiert werden. Bis dahin sollen die Fassade des Hauses und die Außenanlage in neuem Glanz erstrahlen. Dafür will Simmendinger das Geld einsetzen.

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