Hausen i.K / TANJA MARQUARDT  Uhr
Weil alles so langsam geht, wird das Internet im Killertal nicht schneller. Dafür können alle Autofahrer weiterhin über die Hausener B-32-Kreuzung rasen. Denn es gibt noch keine Lösung für die Tempo-Tafel.

Weiterhin unklar bleibt, ob, wie und wann die Geschwindigkeitsmesstafel wieder an die gefährliche Kreuzung an der B32 bei Hausen aufgestellt werden darf. Das wurde am Dienstagabend im Hausener Ortschaftsrat bekannt. Das Landratsamt hat die Entfernung bewirkt, weil es fürchtet, dass ein Autofahrer gegen den Pfeiler fahren könnte. Nun wird über eine Lösung mit einer schützenden Leitplanke nachgedacht. Zwischenzeitlich hat es das Messgerät aber nicht, wie dort gewünscht, nach Salmendingen geschafft, sondern wurde im Bauhof eingelagert. Bis zur Klärung will Ortsvorsteher Erwin Staiger nun versuchen, das Gerät entlang der Ebinger Straße platzieren zu lassen.

Staigers Rückblick auf 2014 fiel durchwachsen aus. Der Ortsvorsteher hatte zwar einige Fortschritte zu vermelden, "von einer sich nach oben bewegenden Dorfentwicklung kann in Hausen aber nicht gesprochen werden", stellte er fest. Die Einwohnerzahl ist erneut gesunken, auf nunmehr 904. Und die neuen Bürger, so bedauert Staiger, lebten ziemlich anonym und beteiligten sich kaum am Dorfleben.

Dabei gäbe es neben den funktionierenden Vereinen und den Festen im Dorf auch einen Ortsmittelpunkt mit dem Regenahäusle und dem Brunnen, der zur Begegnung einlädt. Einerseits ist die Infrastruktur in Hausen sehr gut, das Dorf verfügt über eine Grundschule, einen Kindergarten, ein Lehrschwimmbecken, eine Turnhalle und mit dem Nikolausheim einen Ort für Veranstaltungen, andererseits gibt es keine Gastronomie, keine Apotheke, keinen Arzt und keine Handelsgeschäfte. Die Personalausstattung bezeichnete der Ortsvorsteher als "knapp, aber ausreichend". Durch den Fronmeistertrupp können gute Arbeitsergebnisse erzielt werden, wobei die private Geräteausstattung des Fronmeisters als hilfreich empfunden wird.

Dass im Dorf auch von den Bewohnern mit angepackt wird, zeigt der jährliche Umweltaktionstag. Die lange Liste dessen, was Staiger hofft, in diesem Jahr erledigen zu können, zeugt davon, dass er weiß, dass er sich auf die Vereine verlassen kann: Um das neue Spielgerät soll ein Fallschutz angebracht werden, die Rabatten der Schule werden gepflegt, der Festplatz soll eine neue Einfriedung bekommen, und die Zugänge zu den Aussichtsbänken um den Ort werden gerichtet, hofft Staiger. Außerdem sollen am 18. April (oder als Ausweichtermin am 25. April) entlang des Verbindungswegs noch einmal zehn Obstbäume gepflanzt werden. "Ich hoffe, Sie sind damit einverstanden. Sie sind nämlich schon bestellt", sorgte Staiger für einige Lacher.

Außerdem soll die mittlerweile recht unschöne Stützmauer an der Bundesstraße abgedampft und die Leichenhalle eingerüstet werden, damit sie später einen neuen Anstrich bekommen kann.

So treibt Staiger mit den Bürgern die Ortsentwicklung voran, während in Sachen Internet nicht viel vorangeht. Zwar konnte Staiger berichten, dass mittlerweile ein neuer, von einer Anwaltskanzlei ausgearbeiteter Vertragsentwurf der Stadt an die Telekom gegangen sei, aber dass dem oberen Killertal deshalb schon in diesem Jahr ein schnelles Internet winkt, bezweifelt er sehr: "Ich weiß nicht, warum das seit schon einem Jahr nicht vorangeht."

Vorangegangen ist hingegen der Bau des Schwalbenhauses, das die Stadt zusammen mit dem Nabu im April bei der Turnhalle aufstellen wird. Auf dem Friedhof gibt es neue Ständer für Gießkannen, die ebenfalls dem bürgerschaftlichen Engagement zu verdanken sind.