Burladingen Simmendinger-Brache im Fokus von Ermittlungen

Der Eigentümer hat zwischenzeitlich eine Fachfirma beauftragt, die bei der Firma Simmendinger in Killer Chemikalien absaugt. Damit sollen weitere Verunreinigungen verhindert werden.
Der Eigentümer hat zwischenzeitlich eine Fachfirma beauftragt, die bei der Firma Simmendinger in Killer Chemikalien absaugt. Damit sollen weitere Verunreinigungen verhindert werden. © Foto: Hardy Kromer
Burladingen / Judith Midinet 18.05.2018
Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es in der Industriebrache Simmendinger Umweltdelikte gab.

Das Anwesen der ehemaligen Firma Simmendinger in Killer wurde 2011 durch den damaligen Eigentümer auf Altlasten untersucht. Nach diesen Untersuchungen wurde das Grundstück aus dem Altlastenkataster genommen, wie das Landratsamt auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

Doch dann rückte die Industriebrache Ende April in den Fokus. Dem Umweltamt wurde eine orange/braune Färbung der Starzel im Bereich des ehemaligen Fabrikgebäudes Simmendinger gemeldet. Erste Ermittlungen ergaben, dass wohl irrtümlich Eisensulfat aus einer Leitung des Gebäudes in die Starzel eingeleitet wurde. „Darüber hinaus wurden seither keine weiteren nachteiligen Folgen im Gewässer festgestellt“, teilt Marisa Hahn von der Pressestelle im Landratsamt mit.

Gesamtkomplex im Fokus

Trotzdem ist zwischenzeitlich die Staatsanwaltschaft Hechingen auf dem Plan. „Es gibt keinen konkreten Fall. Der Gesamtkomplex ist Gegenstand der Ermittlungen“, erklärt Markus Engel, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Noch sei alles offen. Die Einleitung in die Starzel sei aber ein Auslöser gewesen, durch den der ehemalige Textilbetrieb in den Fokus geraten sei. Hinzu kämen weitere umweltrechtliche Sachen. „Bislang gibt es kein Verfahren gegen einen konkreten Beschuldigten, ermittelt wird gegen unbekannt“, erklärt Engel.

Fachfirma ist beauftragt

Ein Nachbar hat vor Kurzem das Simmendinger-Areal gekauft. Der neue Besitzer des Geländes, der mit Gebrauchtwagen handelt, denkt langfristig darüber nach, dort als gelernter Lackierer einen Lackierbetrieb einzurichten. Desweiteren könnten Wohnungen oberhalb der alten Fabrikhalle entstehen, die vermietet werden könnten. Bis dahin muss aber noch einiges getan werden. Ein erster Schritt ist es, weitere Verunreinigungen zu verhindern. „Vom Eigentümer wurde zwischenzeitlich eine Fachfirma beauftragt, um sicherzustellen, dass es zu keinen weiteren Verunreinigungen des Gewässers kommen kann“, teilt das Landratsamt mit. Die Fachfirma war bereits am Donnerstag auf dem Gelände tätig. Zudem ist die Stadt Burladingen als zuständige Ortspolizeibehörde informiert, sollte es zu ähnlichen Vorfällen wie der Starzelfärbung kommen.