Burladingen Bündnis für Offenheit statt AfD-Schlagzeilen

Das Burladinger „Bündnis für Offenheit und Menschlichkeit“ will die Stadt  in die positiven Schlagzeilen zurückbringen. Harry Eberts AfD-Bekundungen und sein Eintritt in die Partei hätten dem Ansehen Burladingens massiv geschadet. Von links die Teilnehmer eines Pressegesprächs mit der HZ: Rainer Brandner, Tipsy Peucker, Leila Brandner, Christoph Dinkelacker, Claudia Kanz und Adelheid Bumiller.
Das Burladinger „Bündnis für Offenheit und Menschlichkeit“ will die Stadt  in die positiven Schlagzeilen zurückbringen. Harry Eberts AfD-Bekundungen und sein Eintritt in die Partei hätten dem Ansehen Burladingens massiv geschadet. Von links die Teilnehmer eines Pressegesprächs mit der HZ: Rainer Brandner, Tipsy Peucker, Leila Brandner, Christoph Dinkelacker, Claudia Kanz und Adelheid Bumiller. © Foto: Matthias Badura
Burladingen / Von Matthias Badura  17.03.2018
Das neu gegründete „Burladinger Bündnis für Offenheit“ möchte die Stadt aus den AfD-Schlagzeilen heraus befördern.

Das Burladinger Bündnis „für Offenheit und Menschlichkeit“ ist jetzt mit einem Pressegespräch an die Öffentlichkeit getreten. Man hat schon von ihm gehört, die Aktivisten hatten im vergangenen Jahr die Luftballonaktion „Burladingen ist bunt“ organisiert ­(die HZ berichtete). Damals noch in den Kinderschuhen das Ganze.

Auch heute ist das Bündnis längst nicht fertig gestrickt. Viele Fäden hängen noch lose, das Netzwerk baut sich eben erst auf, knüpft Knoten, mal lose, mal fester, streckt Fühler aus zu Burladinger Organisationen, Gruppen, Vereinen, möglichen Mitstreitern. Man wollte in diesem halbfertigen Entwicklungsstadium noch nicht die städtische Bühne betreten. Jetzt aber fühlten sich die Mitglieder herausgefordert, provoziert, jetzt, nachdem Burladingens Bürgermeister Harry Ebert seinen – im ganzen Land beachteten – AfD-Beitritt auch damit begründete, er wolle den Bürgern seiner Stadt eine Stimme verleihen.

Nur eine Minderheit

Dagegen verwahren sich die Aktivisten auf das Äußerste, sie könnten, erklären sie, als Bürger für sich selbst sprechen. Und die Stimme Eberts sei alles andere als die ihre. Die Mitglieder der Gruppe sind sogar überzeugt, dass der Bürgermeister mit seinem Überzeugungen allenfalls für eine Minderheit in der Stadt und ihren Ortsteilen steht.

Damit will man es, was die Person Harry Eberts betrifft, vorerst bewenden lassen. „Wir sind kein Bündnis gegen Harry Ebert“, betont Bündnismitglied Rainer Brandner. Man sei vielmehr ein Zusammenschluss „für“ etwas: Für ein weltoffenes, demokratisches, buntes, vielgestaltiges Burladingen. Das ist das Bild, das man künftig von der Fehlastadt nach Außen transportieren möchte. Einerseits scheint das einfach, weil es dieses vielgestaltige Burladingen heute schon gibt, etwa mit dem Progymnasium, das zur Weltethos-Schule erhoben wurde. Zugleich sieht die Gruppe durchaus Bedarf dafür, Veranstaltungen anzubieten, um Bewusstsein für soziale Probleme zu wecken. Man will das Feld nicht den Radikalen und inhumanen Ideologien überlassen. Die Geisteshaltung der Intoleranz sei zu normal und zu allgegenwärtig geworden. Dagegen müsse man vorgehen.

Programm ist ausbaufähig

Gedacht ist etwa an eine Lesung, die sich mit Flüchtlingsschicksalen befasst: „Ein Morgen vor Lampedusa“. Erreicht hat man zudem, dass das Burladinger Jugendzentrum in kommender Zeit auch an Samstagen öffnet und es dort ein attraktives Freizeitangebot gibt.

Das ist freilich noch nicht allzu viel – aber auf jeden Fall ausbaufähig, zumal die Gruppe um Tipsy Peucker, Rainer Brandner, Claudia Kanz sowie Vertretern beider Kirchen in Kontakt mit dem Haus Nazareth, mit Schulen oder auch mit Burladinger Vereinen steht.

Eine weiterhin „offene Demokratie“ ist das Ziel

Mitglieder „Burladingen ist bunt. Bündnis für Offenheit und Menschlichkeit“: Zu den Mitgliedern gehören Leila und Rainer Brandner, die Therapeutin Tipsy Peucker sowie die Diplom-Ingenieurin und Abteilungsleiterin Claudia Kanz. Auch die katholische Pastoralreferentin Adelheid Bumiller und der evangelische Pfarrer Christoph Dinkelacker sind  dabei. Fest integriert sind außerdem das Melchinger Theater Lindenhof und das Albbündnis für Menschenrechte. Weitere Infos finden sich im Internet unter www.burladingen-ist-bunt.de.

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