Burladingen / Matthias Badura  Uhr

Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk besuchte am Montag die Klassen 9 und 10 des Progymnasiums Burladingen, um über seine Arbeit als Politiker, aber auch über die Verantwortung der Politik zu sprechen. Er stellte seinen Werdegang vor, wie er sich als hauptamtlicher DRK-Rettungsassistent zunächst im Gemeinderat, später im Kreistag und schließlich in der Landespolitik engagierte.

Die Schüler waren auf den Besuch des CDU-Politikers aus dem Wahlkreis Backnang gut vorbereitet, stellten kompetente Fragen, etwa, wie die Zusammenarbeit in der schwarz-grünen Koalition funktioniere, sie interessierten sich aber auch für persönliche Dinge, etwa was Klenk in seiner Freizeit tut.

Immer wieder ging es um die AfD. Und speziell um Burladingen, wo der Wahlerfolg der rechtspopulistischen Partei mit mehr als 20 Prozent beängstigend hoch war. Auch wurde das Verhalten Bürgermeister Eberts angesprochen, der vor und nach der Wahl unverhohlene Sympathie für die Partei bekundet hatte, zuletzt in einem Artikel im Amtsblatt.

Klenk, der in seinem Wahlkreis selber eine heftige Zunahme der AfD-Wählerstimmen hatte verschmerzen müssen, erklärte den Zuwachs zum einen aus der Stimmungslage des Jahres 2015, als die Flüchtlingszahlen rapide stiegen, meinte aber auch, die Etablieren und Alt-Parteien hätten zu lange geschlafen, hätten sich zu lange nicht um das Problem der Flüchtlingswelle an den europäischen Außengrenzen gekümmert.

Lösungen dieses und anderer Probleme, so war der Landtagsvizepräsident zu verstehen, traut er der AfD, die im Landtag durch Zwischenrufe im Nazijargon auffalle, nicht zu. Andererseits sei die Partei demokratisch gewählt, sie auszugrenzen und die Sorgen ihrer Wähler nicht ernst zu nehmen, sei der falsche Weg. Man müsse sich den Argumenten stellen. Wählerschelte zu betreiben sei nicht angebracht – auch wenn, wie er zugab, es ihn wurmte, dass viele seiner Stammwähler zur AfD übergelaufen seien, nachdem er sich über Jahrzehnte mit nachweisbarem Erfolge für Gemeinde und Wahlkreis eingesetzt habe.

Zum Burladinger Stadtoberhaupt Harry Ebert äußerte sich Klenk indirekt, indem er sagte, er halte nichts davon, dass ein Vertrauensträger wie es ein Bürgermeister sei, politische Richtungen vorgibt. Und in einem Amtsblatt hätten politische Meinungsäußerungen ohnedies nichts zu suchen, es gebe Gemeinden, da sei das durch Satzung oder Gemeinderatsbeschluss generell untersagt.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik lobte der CDU-Landtagsabgeordnete die Arbeit der Ehrenamtlichen, die Asylsuchende betreuen. Ohne sie, war Klenk überzeugt, wären die Schwierigkeiten des Jahres 2015 noch viel größer gewesen. Sie hätten mit ihrem Engagement viele Probleme gedämpft und aufgefangen, hätten zudem durch ihr Vorbild an Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft auch zu einer besseren Stimmung im Land beigetragen. Das weltweite Flüchtlingsproblem, war sich Klenk aber sicher, werde Deutschland weiter beschäftigen.