Bodelshausen / Von Hardy Kromer Premiere für die Hobbyfotografin Sandra Dieter: Im Forum in Bodelshausen wurde ihre erste Einzelausstellung eröffnet.

Eine kleine Invasion aus dem Killertal erlebte das Forum Bodelshausen am Freitagabend: Bei der Vernissage der Hobbyfotografin Sandra Dieter – aus Hausen stammend, in Killer verheiratet – steuerte das Killertal nicht nur das Rahmenprogramm bei (der Singkreis Starzeln sang), sondern auch das Gros des Publikums. Viele Freunde und Bekannte der Künstlerin waren gekommen, um Sandra Dieters (Einzel-)Ausstellungspremiere mitzuerleben.

„Mein kleiner grüner Kaktus“ trällerte der Chor aus Starzeln, dem Sandra Dieter selbst angehört. Und dieses Lied passte gar trefflich zu den ausgestellten Werken. Denn die Fotografin hat ihre Schau den „Spitzen der Natur“ gewidmet: Beeindruckende Makroaufnahmen von Kakteengewächsen bilden der Kern der Ausstellung.

Sabine Engeser, Leiterin des Forums, versuchte sich in ihrer Begrüßungsrede mit einer Annäherung an das Thema über botanische Definitionen – und überraschte mit der Erkenntnis: Ganz anders als wir es aus der Umgangssprache kennen, hat die Rose keine Dornen, sondern Stacheln, während Kakteen nicht mit Stacheln piksen, sondern in der Fachsprache mit Dornen. Wieder was gelernt!

Gut gefallen hat Sabine Engeser auch die Ankündigung der Ausstellung in der HZ, die so überschrieben war: „Natur ist einfach spitze!“ Das, so fand sie, passe ganz wunderbar zur Motivation von Sandra Dieter, „zur Frage, was sie dazu bewegt, sich auf die Fotografie von Pflanzen zu konzentrieren“. Es sei ein Geschenk, die Natur in ihrer wundervollen Schönheit erkennen und festhalten zu dürfen. So beschreibt es die Hobbyfotografien, die häufig mit Fahrrad und Kamera in der Natur unterwegs ist, selbst.

Sandra Dieter hält in ihren Makroaufnahmen die „spitzenmäßige“ Perfektion, die unendliche Vielfalt, den unerschöpflichen Farben- und Formenreichtum der Natur fest. „Diese Erhabenheit“, so hielt Sabine Engeser fest, „sollte uns Menschen hin und wieder etwas bescheidener machen in dem Anspruch, die Weltenlenker zu sein“.

Die Forum-Leiterin ging auch auf die Technik ein, derer sich die Naturliebhaberin aus dem Killertal bietet: die Makrofotografie. Diese, so Sabine Engeser, sei „eine Hommage an die Schönheit, an die Perfektion der vielfältigen Schöpfung.“ Die Makrofotografie ermögliche den Blick in die Tiefe und Formenvielfalt der Natur, „denn der Zauber liegt oft im Detail“.

Respekt zollte Sabine Engeser der Tatsache, dass Sandra Dieters „Spitzen der Natur“ ohne teures Equipment entstanden sind. Ein Teil der ausgestellten Bilder wurde in der Tat mit dem Handy und einem Aufsatzobjektiv aufgenommen.

Besonders ansprechend findet die Forum-Leiterin persönlich „die stacheligen“ unter den ausgestellten Bildern: „Diese Makroaufnahmen wandern an der Grenze zur Abstraktion.“

Sandra Dieter selbst äußerte in ihrer kurzen Ansprache große Freude über den starken Besucherandrang, dankte ihrerseits Sabine Engeser, die die Ausstellung ermöglicht hat, und „ihrem“ Singkreis Starzeln für die musikalische Umrahmung. Abschließend sprach die Ausstellungsdebütantin die Hoffnung aus, dass die Besucher von den Geometrien und Spitzen auf den Bildern genauso begeistert seien wie sie selbst. Denn diese stammten „vom größten Künstler überhaupt: der Natur“.

Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten

Noch bis zum 10. Mai sind Sandra Dieters Bilder im Forum in der Ortsmitte von Bodelshausen (Bachgasse 2) zu sehen.

Öffnungszeiten sind immer dienstags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 15 bis 19 Uhr, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr.