Alpen Salmendinger Klettergruppe erwacht im Schnee

Nein, bei Schneelage ist schlecht kraxeln. Doch die Salmendinger hatten Glück im Unglück.
Nein, bei Schneelage ist schlecht kraxeln. Doch die Salmendinger hatten Glück im Unglück. © Foto: privat
SWP 30.09.2017

Eigentlich sollte es eine dreitägige Gebirgstour im Rätikon zwischen Österreich, Lichtenstein und der Schweiz, werden – so hatte es der Albverein Salmendingen vorgesehen. Als Höhepunkt der Tour war die Besteigung des über 2800 Meter hohen Gipfels der großen Sulzfluh über einen Klettersteig geplant. Leider machte das Wetter einen Strich durch das anspruchsvolle Programm.

Hierbei schmerzte insbesondere die dem Schnee zum Opfer gefallene Klettersteigbegehung an der 500 Meter hohen Südwand der Sulzfluh. Mit ihren langen senkrechten Abschnitten und ihren überhängenden Stellen stellt sie eine wirkliche Herausforderung dar.

Als die Wanderer am Freitagnachmittag auf der Lindauer Hütte ankamen, zeigte sich das Wetter noch passabel. Man hoffte. Aber anderntags erwachten die Salmendinger in einer weißen Winterlandschaft.

Beim Frühstück in der eben sanierten Lindauer Hütte wurde erst mal beratschlagt, welche Alternativen sich für das geplante Programm boten. Bei 20 Zentimeter Schnee war an einen weiteren Aufstieg in dem unwegsamen Gelände nicht zu denken,  auch der Klettersteig kam nicht mehr in Frage.

So stieg man über Mattschwitz nach Tschagguns ab. Auf der Rückfahrt legte man einen Zwischenstopp in Götzis ein, wo die Gruppe doch noch einen Klettersteig machte. Auf 448 Meter Höhe lag natürlich kein Schnee mehr. So startete man erneut, zu dem als Geheimtipp empfohlenen „Via Örfla-Steig“. Bereits der Zugang zum Klettersteig durch die wilde Örfla Schlucht war ein Erlebnis. Unwegsam und unbeschildert ging es durch das wasserführende Bachbett. Kleinere Wasserfälle mussten umgangen werden. Man krabbelte, rutschte, kletterte, balancierte, zwängte sich durch Engstellen – das gefiel den Salmendingern. Als auch noch die Qualität des abschließenden Klettersteiges, die Erwartungen der Gruppe bei weitem übertroffen hatte, fuhr man am Abend zwar einen Tag früher, aber trotzdem zufrieden nach Salmendingen zurück.