WINDPARK Rotoren drehen sich noch lange Drei Fragen an Windmüller Frank Hummel

Herr der Windmühlen: Sowitec-Geschäftsführer Frank Hummel.
Herr der Windmühlen: Sowitec-Geschäftsführer Frank Hummel. © Foto:  
Melchingen / HARDY KROMER 11.07.2015
20 Jahre alt sind die Melchinger Windräder. Und wie lange werden sie noch stehen? Sowitec-Chef Frank Hummel meint: Mindestens noch zehn Jahre. Und danach sieht der Himmelberg wieder aus wie früher.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Windparks auf dem Melchinger Himmelberg, das morgen gefeiert wird, stellte die HZ dem Sowitec-Geschäftsführer Frank Hummel drei Fragen.

Herr Hummel, vor 20 Jahren gab es auf der Alb kein umstritteneres Thema als den Windpark auf dem Himmelberg. Wie erklären Sie es sich, dass Eos, Helios und Aiolos heute allen zu gefallen scheinen?

FRANK HUMMEL: Es war damals ein neues Thema, große Verunsicherung vor dieser neuen Technologie war vorhanden. Möglicher Schall oder Schattenwurf und vor allem die Größe der Anlagen hat Ängste geschürt, man konnte es sich nicht vorstellen. Die Menschen haben aber sehr schnell festgestellt, dass diese Ängste unbegründet waren. Die Veränderung des Landschaftsbildes war deutlich geringer als befürchtet. Sehr schnell wurden sie tatsächlich zum Symbol für eine saubere Energieerzeugung, und heute ist eine große Identifikation da. Sie sind kaum mehr wegzudenken.

Außer Ihren vielen Windkraft-Projekten in Lateinamerika und auf anderen Kontinenten arbeiten Sie neuerdings auch wieder konkreter an Vorhaben auf der Schwäbischen Alb. Was glauben Sie, wann Sie auf dem Hohfleck bei Undingen bauen können? Und wann und wo bauen Sie weitere Windräder auf Burladinger Gemarkung?

HUMMEL: Der Windpark Hohfleck befindet sich im Genehmigungsverfahren. Bis spätestens Ende des Jahres ist mit einer Entscheidung der Genehmigungsbehörde zu rechnen. Ob eine Genehmigung erteilt wird, ist derzeit noch offen. Hier müssen die Stellungnahmen aller Träger öffentlicher Belange abgewartet werden. Sofern die Genehmigung erteilt wird, wäre ein Baubeginn Ende kommenden Jahres denkbar. In Burladingen findet derzeit die Flächennutzungsplanung statt. Sobald diese abgeschlossen ist, wissen wir, wo mögliche Windprojekte entwickelt werden können. Ob Sowitec in Burladingen diese Projekte entwickeln wird oder darf, hängt von der Entscheidung der Stadt ab.

Nochmal zurück zu Melchingen: Wie lange werden Eos, Helios und Aiolos noch stehen? Und was kommt danach? Denken Sie daran - Stichwort Repowering - , die drei Windräder durch moderne, größere, leistungsfähigere Anlagen zu ersetzen?

HUMMEL: Wir werden die drei Anlagen so lange weiterbetreiben wie dies technisch erlaubt wird, danach werden die Anlagen abgebaut. Eos, Helios und Aiolos befinden sich in einem hervorragenden technischen Zustand, und so hoffen wir, sie mindestens zehn Jahre weiter zu betreiben. Nach einem Abbau der Anlagen wird der Himmelberg wieder aussehen wie vor 20 Jahren. Neue, größere Anlagen werden dort aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht errichtet werden können.

Fest ab 11 Uhr

Jubiläumsfeier Die Öffentlichkeit ist morgen zum Jubiläumsfest des Melchinger Windparks willkommen. Das Fest beginnt um 11 Uhr mit dem Frühschoppen, begleitet von den Melchinger Lauchertmusikanten. Es gibt ein buntes Programm für Jung und Alt, um 14.30 Uhr Kindertheater mit dem Lindenhof, Informationen zur Windenergie und zu Sowitec.

SWP

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel