Burladingen / Matthias Badura  Uhr

Was selbst Fachleute lange nicht für möglich gehalten hatten –  Bernd Reithmayer, Betreiber der Burladinger Ski Sport Alm, ist mit seinem Vorhaben, einen der größten Bike- oder Downhillparks in Süddeutschland zu errichten, ein erhebliches Stück weiter gekommen.

Der Burladinger Gemeinderat beschäftigte sich am Donnerstag mit den Stellungnahmen der Behörden zu dem 2016 eingeleiteten Bauleitverfahren. Und billigte den Entwurf des Bebauungsplanes in seiner überarbeiteten Form.

Der Plan wird nun erneut ausgelegt, nochmals dürfen Bürger und Behörden ihre Bedenken vortragen. Im Herbst könnte der Plan dann rechtskräftig werden. In dem Fall, kündigte Bernd Reithmayer an, der mit weiteren Familienangehörigen der Sitzung beiwohnte, werde er umgehend mit dem Bau am Burladinger Lifthang beginnen.

Er sei zuversichtlich, die erste von insgesamt sechs Strecken mit jeweils unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden im Frühjahr 2018 eröffnen zu können. Die weiteren würden folgen.

Dazu werden Rampen und Trassen im Gelände am Lifthang zu bauen sein, Reithmayer will außerdem mehrere Gebäude auf Höhe der jetzigen Delishütte – dem vormaligen Lifthäuschen – errichten. Ebenso will er die Delishütte großzügig erweitern, um Gästen bei sportlichen Veranstaltungen Platz bieten zu können. Weiter ist an eine Flutlichtanlage gedacht und der Einsatz von Schneekanonen für den Winterbetrieb geplant. Das alles ist grundsätzlich möglich, wenn auch Regierungspräsidium und Landratsamt erhebliche Vorgaben in Form von „Anregungen“ und „Bedenken“ gemacht haben, auch wenn jeweils Grenzen gezogen sind, wo die Fläche wie genutzt werden darf.

Weiter müssen Ausgleichsmaßnahmen erbracht werden, 600 Bäume und Hecken neu gepflanzt, Nist- und Fledermauskästen in der Umgebung aufgehängt werden. Wobei Reithmayer nachzuweisen hat, dass er diese Dinge dauerhaft pflegt und unterhält. Doch grundsätzlich verstößt das gesamte Vorhaben nicht gegen die Vorgaben des Regionalplanes. Etwaige Einwände des Naturschutzbüros Zollernalb griffen in den Augen der übergeordneten Behörden nicht. So, dass doch bereits ein Bikepark in Tailfingen existiere. Aber eben nicht so einer wie der geplante! Auch das Argument, Reithmayer plane die Anlage, um damit Profit zu machen, zog nicht. Das, so hieß es sinngemäß, sei legitim, die Frage laute, ob ein öffentliches Interesse an dem Park bestehe. Und das sei der Fall!

Nach einem über einstündigen Vortrag des Planers Dr. Grossmann hatten die Gemeinderäte noch mehrere Nachfragen. Etwa wie das Pachtverhältnis zwischen der Stadt, der einige der Flächen am Hang gehören, und dem Betreiber geregelt sei. Wichtig sei auch, dass von Seiten Reithmayers die Auflagen gegenüber den Anwohnern erfüllt würden.

Insgesamt begrüßten aber sowohl die CDU-Fraktion wie auch die Freien Wähler den Park unter touristischen Gesichtspunkten erneut. Das hatten sie schon bei Beginn des Bauleitverfahrens im vergangenen Jahr getan.

Der den Anregungen und Bedenken angepasste Entwurf des Bebauungsplanes wurde bewilligt, er kann jetzt in die nächste Runde gehen. Dasselbe galt für die gleichzeitig notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes in dem Gebiet. Auch dieser überarbeitete Entwurf wird erneut ausgelegt.

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Kilometer Fahrstrecke auf sechs verschiedenen Routen sollten kleinen und großen Bikern am Burladinger Skilift zur Verfügung stehen, wenn Reithmayers Projekt vollendet ist.