Burladingen Zehnjahres-Waldplan steht (fast)

Revierleiter Thomas Stocker erläuterte dem Gemeinderat beim Waldbegang in Hermannsdorf die Vorteile und Schwierigkeiten der modernen Waldbewirtschaftung. Die öffentliche Sitzung des Gremiums fand anschließend im alten Schulhaus des Ortes statt.
Revierleiter Thomas Stocker erläuterte dem Gemeinderat beim Waldbegang in Hermannsdorf die Vorteile und Schwierigkeiten der modernen Waldbewirtschaftung. Die öffentliche Sitzung des Gremiums fand anschließend im alten Schulhaus des Ortes statt. © Foto: Matthias Badura
Burladingen / Matthias Badura 30.06.2018
Der Burladinger Gemeinderat ist mit den Vorgaben der Forsteinrichtung zufrieden. Darüber abstimmen konnte er nicht.

In der jüngsten Sitzung des Burladinger Gemeinderates fehlte nicht – wie das in jüngerer Zeit  öfter der Fall war –  Bürgermeister Harry Ebert, sondern dieses Mal waren zu wenige Gemeinderäte anwesend. Beim Waldbegang und bei der anschließenden Beratung im alten Hermannsdorfer Schulhaus zählte man zu wenige Ratsmitglieder, die hätten abstimmen können – also war man mangels Masse auch nicht beschlussfähig!

Man kann aber davon ausgehen, dass der Gegenstand, um den es ging, in einer kommenden, vollzähligen Sitzung anstandslos durchgeht. Mit der von der Forstverwaltung vorgelegten Zehnjahresbilanz über den Burladinger Stadtwald zeigten sich zumindest die anwesenden Räte zufrieden. Ebenso ernteten die vom Forst dargestellten Ziele für die kommende Dekade einmütiges Kopfnicken.

Der Burladinger Kommunalwald befindet sich in einem guten Zustand, erklärten Klaus Schuler und Andreas Kaphegyi auf Nachfrage. Beide sind im Regierungspräsidium Freiburg für die Forsteinrichtung zuständig. Wirtschaftlich konnten die Vorgaben von 2008 eingehalten werden: 310 000 Festmeter Holzeinschlag pro Jahr. Nur vier Prozent dieser Einschläge wurden durch Sturm oder Käferbefall erzwungen. Andernorts liege der Anteil bei weitem höher. Auch das, so die Forsteinrichter, zeuge vom guten Zustand des Stadtwaldes. 

Die Naturverjüngung habe ungleich stärker zugenommen als erwartet oder erhofft. Freilich erfordere das auch mehr Betreuung und Pflege und damit Kosten. Auch die Zahl der Waldbiotope habe sich vergrößert – also der Flächen, die nicht mehr waldbaulich bewirtschaftet werden. Sie dienen als Refugium für Tiere und Kleinlebewesen.

Abstriche gibt es in der Beurteilung dennoch. So sterben die Eschen, durch niemanden aufzuhalten, aufgrund einer Pilzkrankheit weiter vor sich hin. Daneben ist der Bestand an Nadelbäumen zurückgegangen. Allerdings nicht wegen einer Krankheit, sondern wegen Wildverbiss. Dem muss Einhalt geboten werden, fordern  Forstleute immer wieder. Sie verweisen darauf, dass es das Bestreben sein muss, den Nadelanteil im Mischwald zu stärken. Nicht nur wegen des Verkaufserlöses, sondern auch wegen der „Stabilität“ der Bestände.

Die „natürliche Verjüngung“ bleibt auch in Zukunft das Credo der Forstleute, begleitet werden müsse sie freilich durch Pflege und Anpflanzungen, hieß es am Donnerstag.

Großes Gewicht sei auf den Schutz der jungen Nadelhölzer zu legen, durch Gitter, durch Streichen mit Anti-Verbissmitteln und durch scharfe Bejagung. Geerntet werden sollen bis zum Jahr 2028 insgesamt 290 000 Festmeter Holz. Damit dürfte man jährlich einen Gewinn erzielen – der allerdings unter dem der zurückliegenden Dekade liegt. Mit insgesamt 310 000 Festmetern Holz, die jährlich aus dem Gemeindewald rollten, war der Stadt regelmäßig eine Summe von rund 437 000 Euro geblieben.

Der Kampf um die Nadelhölzer

Wirtschaftlich Finanziell betrachtet erbrachte der Stadtwald Burladingen seit 2008 im Durchschnitt pro Jahr 437 000 Euro. Insgesamt haben die Forstleute und Waldarbeiter in dieser Zeit 310 000 Festmeter Holz geerntet, in der kommenden Dekade sollen es 290 100 Festmeter sein. Der Profit dürfte deshalb geringer ausfallen.

Anteile Laubbäume stellen mit 63 Prozent den überwiegenden Baumbestand des Stadtwaldes dar, davon wiederum handelt es sich zum allergrößten Teil um Buchen (38 Prozent). Vor zehn Jahren betrug das Verhältnis von Laub zu Nadelbäumen laut Aussagen der Forsteinrichter noch 59 zu 41 Prozent. Zurückgegangen seien – durch Wildverbiss – vor allem Fichte und Kiefer. Zu den Gewinnern zählten Buche und Bergahorn. In kommenden zehn Jahren stehen daher der Erhalt und die Stärkung des Nadelholzanteiles oben auf der Agenda.

Naturverjüngung Bis zum Jahr 2028 sollen sich 270 Hektar der Waldfläche „verjüngt“ haben, davon 215 Hektar durch natürliches Wachstum. Auf 55 Hektar, die sich auf die Gesamtverjüngungsfläche verteilen, wird allerdings der Mensch helfend durch Anpflanzung eingreifen müssen.

Zuwachs Insgesamt gehen die Forstleute davon aus, dass bis 2028 im 4505 Hektar großen Burladinger Waldgebiet pro Jahr und Hektar regelmäßig 8,4 Festmeter Holz zuwachsen – und der jetzt vorhandene Vorrat erhalten bleibt.

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