In zwei Briefen tritt Kaspar Pfister, Geschäftsführer der Benevit Holding, wiederholten Äußerungen von Burladingens Bürgermeister Harry Ebert und des Freie-Wähler-Stadtrates Dr. Armin Schweitzer entgegen. Es geht um die Darstellungen, dass die Gemeinderäte Dörte Conradi und Alexander Schülzle ihn als Investor verleitet hätten, das Ärztehaus-Projekt abzublasen. Und außerdem darum, dass das Projekt nur deshalb noch zustande gekommen sei, weil ein anderes Ärztehaus-Vorhaben der Benevit in Gammertingen platzte.

An Ebert schreibt Pfister: „Zum wiederholten Mal muss ich leider aus der Presse entnehmen, dass (...) Behauptungen aufgestellt und Mutmaßungen geäußert werden, die schlicht nicht der Wahrheit entsprechen. Es ist  falsch, dass Dörte Conradi und Alexander Schülzle mich gegen Sie aufgehetzt hätten.“ Als erfahrener Geschäftsmann lasse er sich nicht für fremde Interessen vor anderer Leute Karren spannen. Er bilde sich seine eigene Meinung, so Pfister.

Er habe, argumentiert der Investor weiter, jeden Schaden von seinen Gesellschaften und Mitarbeitern abzuwenden. „Abgesehen davon, dass dies nicht meine politische Ansicht ist, muss und werde ich mich immer von rechtem Gedankengut und Ausländerfeindlichkeit deutlich und auch in der Öffentlichkeit klar distanzieren.“ Allein deshalb – heißt wegen der AfD-freundlichen Äußerungen Eberts, welche die Stadt in die bundesweiten Schlagzeilen brachten – habe er sich entschlossen, das Projekt Ärztehaus zu beenden. „Frau Conradi und Herr Schülzle haben sich intensiv bemüht, in Abstimmung mit dem Gemeinderat mich von einem kompletten Ausstieg aus dem Projekt abzuhalten. Meine persönliche Erwartung war, dass der Bürgermeister der Stadt Burladingen nach den Facebook-Attacken ein klares, öffentliches Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus setzt. (...) Es war das Bemühen des Gemeinderates, eine Alternative zu finden, um das Projekt doch noch zu retten. Deshalb und nur deshalb habe ich dem Vorschlag zugestimmt.“

Nachdem Ebert öffentlich den Rückzug aus dem Projekt erklärt habe, habe er als Investor dem Projekt die endgültige Zusage erteilt. Anderslautende Aussagen, so Pfister, seien „schlichtweg unwahr“ und würden seiner Firma und seiner Person schaden.

An Dr. Schweitzer schreibt Pfister, dass dessen Aussage falsch sei, wonach die Benevit das Ärztehaus nur deshalb doch noch in Burladingen baue, weil ein gleiches Vorhaben in Gammertingen nicht zustande gekommen sei.

„Aus der Luft gegriffen“

„Die Unterstellung, das Projekt in Burladingen komme nur deshalb zustande, weil ich in Gammertingen eine Absage erhalten habe, ist falsch. Ich verbitte mir öffentlich, meinen Charakter in Frage zu stellen oder nun wiederholt völlig aus der Luft gegriffene Argumente aufzutischen, um meine Motivation für das Projekt in Burladingen zu diskreditieren.“

Selbst wenn er in Gammertingen zu- oder absagen würde, hätte das mit Burladingen nichts zu tun. Die Darstellungen Schweitzers würden die „Sachebene verlassen“, sie seien „schlichtweg falsch“ und verleumderisch. Beiden Adressaten kündigte Pfister juristische Schritte an, wenn sie weiterhin öffentlich an ihren Darstellungen festhalten würden.

Auch wenn das klare Worte sind, ganz neu sind sie nicht. In gleichlautender Weise hatte sich Kaspar Pfister auch schon in einem Interview mit der HZ geäußert.