Burladingen / Matthias Badura  Uhr
Nach dem massiven Pflanzenfrevel im Burladinger Stadtgebiet finden sich entsprechende Verkaufsofferten im Internet. Ob ein direkter Zusammenhang besteht, muss die Polizei klären.

Der Fall der Orchideen, die am Starzelner Nähberg und auch an den Salmendinger Bühlbergen ausgerissen wurden (die HZ berichtete), beschäftigt die Polizei.

Noch unklar ist, wie viele Pflanzen wirklich geräubert wurden. Möglicherweise sind es mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen war. Die Diebe, das hat sich inzwischen herumgesprochen, benutzen in solchen Fällen wohl auch Spargelstecher, um an die Knollen zu kommen. Zurück bleibt nach der Entnahme nur ein verhältnismäßig kleines Loch im Boden, das man leicht übersehen kann.

In Internet-Verkaufsportalen werden aktuell Helmknabenkraut und andere geschützte Pflanzen zum Verkauf angeboten. Ob sie aus dem Burladinger Stadtgebiet stammen ist fraglich, die Händler geben den Herkunftsort der Pflanzen – wohlweislich? – nicht an.

Mutmaßung bleibt auch, wer Interesse an den Orchideen hat. In anderen Kulturkreisen und auch in älteren Büchern gelten ihre Knollen als potenzfördernd. Das wäre eine Erklärung, ein endgültiger Beweis für das Motiv ist das freilich nicht. Ungeachtet dessen fordern derweil Naturschützer und auch das Umweltamt die Besitzer entsprechender Wiesen sowie naturverbundene Spaziergänger zur Wachsamkeit auf. Entsprechende Beobachtungen sollte man der Polizei melden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden im Starzelner Naturschutzgebiet rund 100 Knaben-Helmkraut-Orchideen geräubert, an den Bühlbergen sollen es auch Dutzende gewesen sein.

Noch weitaus massiver haben Räuber im Mai im Ortenaukreis zugeschlagen. Dort verschwanden 3000 geschützte Gewächse – einstweilen spurlos.

Mit teils empfindlichen Strafen belegt

Teuer Wer geschützte Pflanzen pflückt, ausreißt, stiehlt – der begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit teils empfindlichen Strafen rechnen. Das Wildern in Biotopen kann mehrere Tausend Euro kosten.