Vor dem Rathaus in Gauselfingen parkt ein Rollator, im Foyer duftet es schon verführerisch nach Kaffee und drinnen im Saal plaudern angeregt einige Damen älteren Semesters. In Gauselfingen gibt es seit dieser Woche wieder einen Treffpunkt, bei dem Wohlbefinden, Austausch und Begegnung im Vordergrund stehen.
Wer beim Begriff „Bürgercafé“ denkt, hier debattieren Leute über die Zukunft des Ortes oder da planen Ehrenamtliche, wie man Angebote für unterschiedliche Altersgruppen etablieren könnte, der liegt falsch. Oder vielleicht doch nicht so ganz? Nein, dies soll ein Ort sein, an dem man sich mit anderen trifft und Kaffee trinkt. Mehr steckt wirklich nicht dahinter, wie Cornelia Fanzlauer versichert. Die Initiatorin hatte diese Idee schon länger: ein Treffpunkt für Einheimische. Wo es doch kaum Lokalitäten in Gauselfingen gibt. Zumindest kein Café.
Zunächst war der turbulente Kommunalwahlkampf, dann kam auch noch die Corona-Pandemie. Cornelia Fanzlauer konnte ihre Pläne nicht ganz so schnell umsetzen, wie zunächst erhofft. Aber sie hatte schnell im Freundeskreis Gleichgesinnte gefunden, die nun mit von der Partie sind. Petra Kolbe, Doris Amann und Katharina Slisuric sind ehrenamtlich im Bürgercafé in Gauselfingen tätig.
Und auch bei der Ortschaftsverwaltung stießen die Damen gleich auf offene Ohren und Türen. Schließlich liegt das Rathaus zentral und gut erreichbar im Ort und bietet die nötige Infrastruktur mit Parkplatz, Toiletten und einem entsprechenden Raum.

Ab 2021 jeden Dienstag

Dieser ist schön hergerichtet. An sechs Tischen finden jeweils vier Gäste Platz – mit dem nötigen Corona-Abstand. Auch alle anderen Hygieneregeln werden selbstredend eingehalten, so dass dem Zusammensein wirklich nichts im Weg steht. Und kaum hat das Bürgercafé am Dienstag um 14 Uhr erstmals geöffnet, strömen auch schon die Besucher. Nach einer halben Stunde unterhalten sich bereits ein Dutzend Frauen über das, was sie gerade bewegt. Und das kann eben schon auch mal die Zukunft des Ortes, die Politik oder das Ehrenamt sein. Aber vor allem Haushalt und Gesundheit sowie die neuesten Begebenheiten aus dem Flecken sind beliebte Gesprächsthemen. Niemand ist allein. „Ich setze mich gerne zu euch dazu“, hört man immer wieder von den Neuankömmlingen.
Und kaum sitzt man – natürlich auf Abstand – und nimmt die Maske ab, schon wird man freundlich und bestens bedient. Allerlei Kaltgetränke und heißer Kaffee sowie Butterbrezeln und Kuchen sind im Angebot. Dieses Mal locken Mandarinenkuchen, Apfelkuchen, Feuerwehrkuchen und Käsekuchen – geliefert von der Bäckerei Sauter aus Winterlingen. Den kann man sich schmecken lassen. Ab sofort öffnet das Bürgercafé alle zwei Wochen dienstags von 14 bis 17 Uhr im Gauselfinger Rathaus seine Türen. Und wenn es weiterhin so gut angenommen wird, dann will Cornelia Fanzlauer im nächsten Jahr jeden Dienstag Jung und Alt, Einheimische und Auswärtige zu Kaffee und Plausch begrüßen.