Es war ein schöner, es war ein malerischer Dämmerungsumzug in Hörschwag. Man hatte bei den Spältes-Guckern, beim Alb-Lauchert-Ring und bei den Stadtnarren am Samstag das Gefühl, unter Freunden zu sein. Die Zuschauerzahlen? Es hätten mehr sein dürfen. Womöglich lag’s am Wetter.

Mit am faszinierendsten: Nach dem Umzug waren die Hästräger alle aus den Straßen verschwunden. Nein, nicht etwa abgereist. Die rund 1500 Masken und Musiker  aus 26 Zünften und Gruppen feierten ausgelassen im Bürgerhaus, in Zelten und in Besenwirtschaften – wo es hoch herging und es teils kein Durchkommen mehr gab.

Was die beiden Zelte angeht, hatte man das Gefühl, auf dem Oktoberfest zu sein. Man sah kaum von einem Ende an das andere. Nein, niemand musste auf der Straße frieren, niemand musste hungern oder dursten.

Logistisch hat die 350-Seelen-Gemeinde damit eine Meisterleistung vollbracht. Allerdings kann man das allerhöchstens bei den Eskimos als Sensation verkaufen. Erzählt man davon innerhalb Burladingens, erntet man lediglich ein Achselzucken: „Na klar, Hörschwag eben, weiß man doch – die halten zusammen.“