Killer Narren triumphieren vor Gericht

Im Streit um den Hallenfußboden hat der Narrenverein vor dem Oberlandesgericht Stuttgart einen Triumph erzielt.
Im Streit um den Hallenfußboden hat der Narrenverein vor dem Oberlandesgericht Stuttgart einen Triumph erzielt. © Foto: SWP
Burladingen / SWP 20.06.2018

Die Killermer Schneidstuhlreiter müssen für den im Jahr 2015 zerkratzen Hallenboden der Stadthalle „nur“ 4000 Euro bezahlen, die Stadt aber 90 Prozent der Verfahrenskosten begleichen. Das entschied diese Woche das Oberlandesgericht Stuttgart.

Der Hallenboden hatte beim Konzert der Dorfrocker in der Burladinger Stadthalle im November 2015 einen Kratzer erhalten. Veranstalter waren die Schneidstuhlreiter.

Die Stadtverwaltung verlangte daraufhin von dem Verein volle Wiedergutmachung. Die Killermer hätten demnach einen komplett neuen Hallenboden bezahlen müssen, weil eine Teilreparatur nach Ansicht der Stadt technisch nicht möglich ist. Kosten – um die 40 000 Euro!

Die Schneidstuhlreiter sahen das anders. Sie verließen sich auf die Aussage eines Gutachters, der den Schaden auf 1800 Euro taxiert hatte. Sie waren nicht bereit, mehr als rund 4000 Euro zu bezahlen – und finanziell auch gar nicht in der Lage dazu, wie der Vorsitzende Joachim Fuhrer mehrfach betonte. Der Verein ist klamm.

Groß war dann der Schock unter den Narren, als das Amtsgericht Hechingen in erster Instanz der Stadt recht gab. Das bedeutete den Ruin.

Zu der Verhandlung war es gekommen, nachdem alle Gespräche zwischen den beiden Parteien gescheitert waren. Wie es Joachim Fuhrer in einer außerordentlichen Hauptversammlung im Herbst darstellte, habe die Verwaltung keinerlei Entgegenkommen gezeigt, sie sei auf Konfrontation gegangen.

Ganz anders schilderte es Bürgermeister Harry Ebert kurze Zeit danach gegenüber dem Gemeinderat. Ihm zufolge war es der Verein, der keinen Kompromiss eingehen wollte und jede Gelegenheit für ein klärendes Gespräch verstreichen ließ.

In der Sitzung sah es so aus, als ob eine gütliche Einigung unter Vermittlung des Gemeinderates doch noch zustande kommen würde. Das geschah aber nicht, die nächste Runde wurde vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart ausgetragen.

Die Entscheidung, ob die Stadt dem vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich zustimmt – 4000 Euro für den Hallenboden zu bekommen und 90 Prozent der Verfahrenskosten zu tragen – bleibt abzuwarten. Die Entscheidung darüber konnte in der Verhandlung nicht getroffen werden, nachdem die Stadt dort nur durch ihren Anwalt vertreten war. Doch bleibt der Kommune drei Wochen Zeit, den Vergleich abzulehnen.

Vor allem ist aber für viele Burladinger Bürger und Gemeinderäte die Frage offen, ob es wirklich nötig war, vor Gericht zu ziehen.

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