Gauselfingen Nächste Einfahrt Datenautobahn

Die Infrastruktur bis zum Verteilerkasten ist vorhanden, die Technik vorbereitet und ein Netzbetreiber ist auch da. Das schnelle Internet könnte in kommenden Wochen in Gauselfingen Realität werden.
Die Infrastruktur bis zum Verteilerkasten ist vorhanden, die Technik vorbereitet und ein Netzbetreiber ist auch da. Das schnelle Internet könnte in kommenden Wochen in Gauselfingen Realität werden. © Foto: Matthias Badura
Gauselfingen / Matthias Badura 15.02.2018
Als letzter Ortsteil der Gesamtstadt steht Gauselfingen jetzt unmittelbar vor dem Anschluss ans schnelle Internet.

Lange hat Gauselfingen um den Anschluss an das schnelle Internet gerungen, manche Debatte wurde geführt. Dabei sind nicht immer nur freundliche Worte gefallen. Und nicht jedes Argument war stets sachlich. Aus den Kommentaren sprach Enttäuschung, Frustration und Wut darüber, ständig wieder vertröstet worden zu sein.

Schon im Jahr 2011 waren Leerrohre verlegt worden und hatte man deshalb in Gauselfingen geglaubt, bald „aus dem Tal der Ahnungslosen“ herauszukommen. Doch wollte sich aus den Reihen der Branchenriesen kein Netzbetreiber finden – jedenfalls keiner zu einem annehmbaren Preis.

Neue Hoffnung schöpften die Gauselfinger, als der Mobilfunkanbieter Vodafone dem Dorf einen Netzzugang per Funk (LTE) ermöglichte. Doch hielt die Goldgräberstimmung, die sich beim Infoabend vor ziemlich genau fünf Jahren im Gauselfinger Rathaussaal verbreitete, nicht lange an. Die Möglichkeiten der Vodafone blieben weit hinter den Erwartungen zurück.

Als zwei Vertreter des Landratsamtes, Karl Wolf und Andrea Gobbo, in einer Bürgerversammlung im November 2016 versprachen, dass es im Frühjahr 2018 klappen werde, schüttelte so mancher Anwesende skeptisch den Kopf. Immerhin, die Stadt Burladingen nahm daraufhin nochmals 176 000 Euro für die Verlegung von Leerrohren in die Hand. Insgesamt, so wurde damals vorgerechnet, habe die Stadt bis zu dem Zeitpunkt 260 000 Euro investiert, um das schnelle Internet in der Teilgemeinde zu verwirklichen.

Im vergangenen September endlich die erlösende Nachricht: Der interkommunale Verbund Komm.Pakt.Net, dem Gemeinden und Landratsämter im gesamten Südwesten angehören, hat für vier Gemeinden des Zollernalbkreises einen Netzbetrieber gefunden, die NetCom BW. Neben Dotternhausen, Dormettingen und Bisingen durfte sich auch Gauselfingen freuen.

Nun scheint der Weg zum Ziel nicht mehr lang zu sein. Am Montag, 26. Februar, soll eine Bürgerversammlung in der Turnhalle stattfinden. Ein Mitarbeiter der NetCom BW hat sich angekündigt, um alle Fragen zu klären, die sich den Breitband-Nutzern stellen könnten. Von den Geschwindigkeiten im Netz bis hin zu den Tarifen.

Und anschließend? Geht’s umgehend auf die Datenautobahn – gibt sich Ortsvorsteher Rudi Kanz zuversichtlich. Auch die Verteilerkästen stehen inzwischen, nur noch letzte Montagearbeiten würden fehlen. Da sollte nicht mehr allzu viel schief gehen. Kanz ist froh, dass er das belastende Thema damit endlich vom Tisch hat.

Daneben soll in Gauselfingen in diesem Jahr noch eine zweite „Baustelle“ abgeschlossen werden. Die neue Brunnenanlage in der Langen Gasse gegenüber dem Rathaus wurde im vergangenen Herbst erstellt, dieses Jahr will man sie bepflanzen und mit Ruhebänken bestücken. Weiter ist vorgesehen, das Areal vor dem Rathaus neu zu gestalten, teils neu zu bepflastern und auch den Verlauf der Hecke am Spielplatz zu verändern.

Zweitgrößter Betreiber im Land

NetCom BW Die NetCom BW betreibt mit über 10 000 Kilometer Länge das zweitgrößte Breitband- oder Glasfasernetz in Baden-Württemberg. In Gauselfingen soll es Tarife mit 25 und 50 Mbit/s im Download sowie fünf und zehn Mbit/s im Upload geben. Wer von den 900 erschlossenen Haushalten Gauselfingens einen FTTB-Anschluss besitzt, also Glasfaser bis zum Gebäude, kann die Geschwindigkeit sogar noch nach oben anpassen. Diesbezügliche und weitere Fragen werden in der Bürgerversammlung am 26. Februar in der Gauselfinger Festhalle ausführlich beantwortet. Beginn ist um 19 Uhr.

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