Burladingen Mund weit auf für die Sozialstation

Mit nach Hause nehmen oder für die Sozialstation St. Franzikus spenden? Viele Patienten überlassen ihr Zahngold nach der Behandlung Dr. Thomas Springer. Der sammelt und verkauft es. Den Erlös übergibt er regelmäßig der Sozialstation. Unser Bild zeigt den Vorsitzenden der Station, Jakob Nadler (links), Thomas Springer und Pflegedienstleiterin Susanne Zimmermann.
Mit nach Hause nehmen oder für die Sozialstation St. Franzikus spenden? Viele Patienten überlassen ihr Zahngold nach der Behandlung Dr. Thomas Springer. Der sammelt und verkauft es. Den Erlös übergibt er regelmäßig der Sozialstation. Unser Bild zeigt den Vorsitzenden der Station, Jakob Nadler (links), Thomas Springer und Pflegedienstleiterin Susanne Zimmermann. © Foto: Eugen Leibold
Burladingen / Eugen Leibold 07.09.2018
Dr. Thomas Springer übergab der Sozialstation Burladingen mehr als 6000 Euro. Die Summe ist auf ungewöhnliche Weise zusammen gekommen.

Die Burladinger Sozialstation St. Franziskus erhielt am Mittwoch einen sehr erfreulichen Besuch. Der Burladinger Zahnarzt Dr. Thomas Springer besuchte die Geschäftsräume, um dort eine Spende seiner Patienten zu übergeben. Wie kam es dazu?

Bei der zahnärztlichen Behandlung wird oft Zahngold entfernt. Hier fragt Thomas Springer dann seine Patienten, ob sie dieses Zahngold mit nach Hause nehmen möchten – oder ob sie es für einen guten Zweck spenden wollen?

Viele Patienten entscheiden sich für die Spende. So konnte Dr. Springer in den letzten drei Jahren immerhin 481 Gramm Zahngold sammeln. Das edle Metall verkaufte er nun für die stolze Summe von 6896 Euro.

Den Scheck übergab der Zahnarzt nun im Auftrag seiner Patienten an die Sozialstation. Es war nicht das erste Mal. Bereits 2012 hatte Springer über 8000 Euro und 2015 rund 5000 Euro übergeben.

Jakob Nadler, der Vorstandsvorsitzende der Station, und Pflegedienstleiterin Susanne Zimmermann nahmen den Scheck entgegen. Hocherfreut! Sie dankten Springer und natürlich seinen Patienten für die großzügige Unterstützung der Sozialstation.

Jakob Nadler wollte dann die Spender nicht im Unklaren darüber lassen, wofür das Geld verwendet werden soll. Die Sozialstation hat derzeit ein Elektroauto im Einsatz (die HZ berichtete). Der Kauf des Wagens wurde mit 6000 Euro vom Land und mit 2000 Euro vom Bund bezuschusst.

Da sich das Auto, dessen Neupreis bei über 20 000 Euro liegt,  als sehr effektiv erwiesen hat, wurden nun noch einmal zwei bestellt. Sie haben eine Lieferzeit von rund sechs Monaten.

Leider, so erläuterte Jakob Nadler, habe das Land mittlerweile den Zuschuss von 6000 auf 3000 Euro gekürzt. Die Kürzung, so freute er sich, könne nun Dank der großzügigen Spende ausgeglichen werden. Das sei sicher im Sinne der Spender.

Zahnarzt Springer kündigte an, er werde auch weiterhin Zahngold sammeln, das ihm Patienten überlassen. Er hoffe, der Station bis in drei Jahren wieder einen „schönen Betrag“ übergeben zu können.

Die Beliebtheit von Goldfüllungen nimmt ab

Rückgang Früher war Zahngold bei Patienten überaus beliebt. Wie das online-Magazin Wirtschaft schreibt, sei die Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren um 60 Prozent eingebrochen. „Noch vor einem Jahrzehnt wurden weltweit jährlich rund 67 Tonnen Gold für Zahnersatz verwendet. Heute würde das einem Gegenwert von 2,1 Milliarden Euro entsprechen.“ Ein Grund für den Einbruch seien veränderte Schönheitsideale, man will blendend weiße Zähne haben. Das gelbe Metall passt da nicht ins Bild. Man entscheidet sich für Materialien wie Keramik. Medizinisch betrachtet ist Gold, Fachleuten zufolge, allerdings ein vorzüglicher Stoff. Es hält selbst größten Kaubelastungen stand und ist trotzdem weich genug, um den gegenüberliegenden Zahn nicht zu schädigen.

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