Volkshochschule Mit der Volkshochschule zurück ins Burladinger Mittelalter

Burladingen / SWP 23.09.2017

Sie heißen „Leckstein“, „Hasenfratz“ oder „Azilun“. Sie wurden gebaut um 1100 nach Christus oder wurden um 1250 aufgegeben. Sie waren eine „Gipfelburg“ oder standen „Talhanglage“. Sie wurden bewohnt vom Ritter „Affen­schmalz“, von „Anselm vom Ringelstein“ oder von der „Tuticha von Urach“. Sie dienten dem mittelalterlichen Ortsadel als Wohnanlage und boten Schutz vor Übergriffen.

Manche Ortschaften besaßen mehrere Burgen, andere hatten nur eine. Manche Burgen wurden geschleift, es ist nichts mehr zu sehen, von anderen sind noch imposante Mauerreste erhalten.

14 nachgewiesene und vermutete Burgen gab es im Mittelalter auf jenem Gebiet, das heute die Gemarkung Burladingen ist. Und über viele dieser Burgen oder ihre Bewohner sind Geschichten und Anekdoten im Umlauf.

Die meisten von ihnen kennt Willy Gastel. Er ist der Experte schlechthin für dieses spannende Kapitel Heimatgeschichte. Mit Gastel, der in anderer Funktion auch als Historischer Nachtwächter Burladingens fungiert, startet die Volkshochschule Burladingen in diesem Herbst im Rahmen ihrer Programmrubrik „Albnah“ eine Reihe von geschichtlichen Lehrgängen. Während sechs Wanderungen – drei davon in diesem Herbst, drei im nächsten – wird Gastel die Teilnehmer zu allen 14 Burgplätzen führen und dabei viel von seinem Wissen teilen, das auch reichlich Bezüge zur Gegenwart vermittelt.

Los geht‘s bereits heute in einer Woche, am Samstag, 30. September. Tour 1 führt zur Vorderen Falkenburg, zur Hinteren Falkenburg, zur Hochwacht und zum Gottfried, allesamt Burgstellen auf Burladinger Kernstadt-Markung. Treffpunkt für die rund dreistündige Tour ist um 14 Uhr bei der ehemaligen Bergwirtschaft zwischen Burladingen und Stetten. Wer möchte, kann anschließend zur Einkehr und Diskussion in den Gasthof „Zoller“ mitkommen.

Eine Woche später, am Samstag, 7. Oktober, führt Tour 2 ins Killertal. In Hausen besuchen die Wanderer Burg Azilun und das örtliche Heimatmuseum, in Killer anschließend die abgegangene Wasserburg, von der Reste im Kirchturm in Killer zu sehen sind. Einkehr und Diskussion sind danach im Peitschenmuseum. Gewandert wird abermals von 14 bis 17 Uhr. Treffpunkt ist beim Stadion Tiefental in Burladingen.

Nach dreiwöchiger Pause führt Tour 3 am Samstag, 28. Oktober, nach Ringingen. Dort gibt es zu sehen, was von den Burgen Ringelstein (Aloisschlößle), Hohenringingen und Eineck übrig blieb. Treffpunkt ist um 14 Uhr auf dem Parkplatz der Burg Hohenringingen (am Ortseingang aus Richtung Burladingen). Abschluss ist im Ringinger „Hirsch“.

VHS Burladingen nimmt Anmeldungen entgegen

Für alle Burgentouren gilt: Anfahrt und Fahrten zwischen den Burgen sind mit dem eigenen Auto beziehungsweise in Fahrgemeinschaften zu bewältigen. Streckenweise muss gewandert werden, die Touren sind nicht für gehbehinderte Menschen geeignet. Anmeldung ist erforderlich bei der Volkshochschule Burladingen unter der Telefonnummer 07475/892-160 oder online unter www.vhsburladingen.de. Die Kursgebühr beträgt pro Termin vier Euro.