Burladingen/Bad Urach Max Künstler gestorben

Träger des Bundesverdienstkreuzes: Max Künstler ist im Alter von 91 Jahren gestorben.
Träger des Bundesverdienstkreuzes: Max Künstler ist im Alter von 91 Jahren gestorben. © Foto:  
Burladingen/Bad Urach / HARDY KROMER 12.06.2015
Sein Leben lang setzte er sich für soziale Gerechtigkeit ein. Der langjährige DGB-Funktionär Max Künstler ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

Die Todesnachricht kommt aus Bad Urach, wo der Burladinger Max Künstler seine letzten Lebensjahre in einem Seniorenheim verbrachte. Im Alter von 91 Jahren ist der Bundesverdienstkreuzträger, der jahrzehntelang im öffentlichen Leben der Region aktiv war, jetzt gestorben.

Max Künstler wurde am 16. April 1924 im oberschlesischen Neisse (heute Nysa) geboren. Einen Großteil seines Lebens verbrachte der gelernte Industriekaufmann und Verwaltungsangestellte in Burladingen. Auf der Schwäbischen Alb hat er Zeit seines Lebens eine Vielzahl an öffentlichen Ämtern bekleidet, in seiner Heimatstadt war er in etlichen Vereinen höchst engagiert.

Im öffentlichen Leben der Region erstmals in Erscheinung getreten ist Max Künstler im Oktober 1956, als er beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) die Funktion des Geschäftsführers des Kreisausschusses Sigmaringen übernahm.

Ab 1958 fungierte der Sigmaringer DGB-Kreischef auch als Angestelltensekretär des Landesbezirks. Von August 1962 bis März 1965 arbeitete er als DGB-Angestelltensekretär für Südwürttemberg-Hohenzollern. Ab 1. April 1965 war Künstler DGB-Kreisvorsitzender in Balingen. Und weiter ging die Gewerkschaftskarriere: Am 1. März 1972 nahm er die Arbeit als hauptamtliches Vorstandsmitglied des DGB-Landesbezirks auf, wo er in vielen weiteren Funktionen bis zum Ausscheiden aus Altersgründen im Juni 1987 im Dienst blieb. Parallel dazu war der sozial engagierte Christ als Arbeits- und Sozialrichter tätig.

Zahlreiche Ämter bekleidete Künstler auch in der CDU, der er seit 1953 angehörte. Unter anderem war er stellvertretender Landesvorsitzender der CDU-Sozialausschüsse und Bezirksvorsitzender der CDA. Von 1980 bis 1982 saß Max Künstler für die CDU im Bundestag.

Für sein vielfältiges Engagement erhielt der Burladinger 1984 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. 1987 bekam er das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Bei der Hechinger Kreisbaugenossenschaft wurde Künstler 2008 nach 13 Jahren als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates verabschiedet. Etliche Burladinger Vereine haben ihn in den vergangenen Jahren für langjährige Mitgliedschaft geehrt. Bei den Burladinger Modellfliegern war er Mitgründer und Ehrenvorsitzender, der Kolpingsfamilie gehörte er mehr als sechs Jahrzehnte lang an, dem Schützenverein über 50 Jahre. Die CDU hat ihn im vergangenen Jahr für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Max Künstler wird vermisst werden als Mann, der die christliche Soziallehre verinnerlicht hatte und sich in vielen Lebensbereichen für soziale Gerechtigkeit einsetzte.

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