Salmendingen Klar und in alter Frische

In der Michaelskirche feierte Edwin Höll am Sonntag sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Mit ihm feierten seine Amtsbrüder Gunter Storz, Franz Gluitz, Hugo Leins und Udo Zinke.
In der Michaelskirche feierte Edwin Höll am Sonntag sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Mit ihm feierten seine Amtsbrüder Gunter Storz, Franz Gluitz, Hugo Leins und Udo Zinke. © Foto: Matthias Badura
Salmendingen / Matthias Badura 30.07.2018
Edwin Höll feierte am Sonntag sein 60-jähriges Priesterjubiläum in Salmendingen.

Edwin Höll sprach bei der Feier zu seinem 60-jährigen Priesterjubiläum am Sonntag in der Michaelskirche, als ob es sein 40. oder 30. wäre: In gewohnter Frische, laut, deutlich, klar, anregend. So hatte der frühere Ortsgeistliche Geschichten, Namen und Anekdoten aus seiner Amtszeit auf der Oberen Alb parat (1965-1980), als ob sie sich gestern ereignet hätten.

Da verwundert es nicht, dass er – längst über die Dienstzeit hinaus – mit 86 Jahren in der Umgebung von Bühl im Schwarzwald, wo er zwischenzeitlich lebt, noch vier Gottesdienste die Woche hält und als Pensionär noch Taufen und Beerdigungen übernimmt.

Wer auch sonst? Der Priestermangel war ein Thema in Hölls Rückblick, und ebenso die Mitgliederaustritte in beiden großen christlichen Kirchen, die in die Hundertausende gehen. Viel habe sich verändert, seit der Zeit, als er seinen Dienst antrat, sagte Höll. Als er vor fünf Jahrzehnten die Pfarrgemeinden Salmendingen und Melchingen, später auch Ringingen, übernahm, waren die Gotteshäuser an den Sonntagen noch voll. Eine Antwort, wie der Fluktuation zu begegnen ist, hatte Höll nicht. Er vermutete aber, dass die Menschen, die sich von den Kirchen abwenden, sehr wohl auf der Suche nach einem Halt und Werten sind. Die Erklärung „Ich kann auch ohne Kirche glauben“, akzeptiert der Geistliche indessen nicht: Wenn man den Glauben bekenne, müsse man ihn auch „leben“.

Er bedauert es nicht, Priester geworden zu sein. Im Gegenteil, betonte Höll, die Begegnungen mit all den Menschen, die er in 60 Jahren traf – und immer noch trifft – seien für ihn das Wertvollste gewesen.

Mit zelebriert wurde der Festgottesdienst vom Hirten der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen, Konrad Bueb; ebenfalls anwesend waren die Geistlichen Gunther Storz, ein Amtsnachfolger Hölls; der Weiße Vater Pater Hugo Leins, Pfarrer i.R. Franz Gluitz sowie Udo Zinke, gleichfalls ein Amtsnachfolger Hölls.

Die Kollekte des Tages ging nach Indien, erwähnenswert deshalb, weil sich Edwin Höll lebenslang für die Indienhilfe engagiert hat. Weiterhin ist erwähnenswert, dass der Chor der vereinigten Kirchenchöre von Salmendingen, Ringingen und Melchingen beeindruckend schön gesungen hat. Eine lateinische Messe.

Beim Stehempfang nach der Messe musste man sich anstellen, um dem Jubilar gratulieren zu können. Das galt auch für ehemalige Weggefährten wie Burladingens Alt-Bürgermeister Peter Höhnle oder die vormaligen Schulrektoren ­Magnus Reich und Balthas Mauz. Und ebenso für seine ehemaligen Kommunikanten und Schüler.

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