Burladingen Kinderkirche im Indianderzelt soll 2013 wieder stattfinden

Burladingen / VERA BENDER 14.08.2012
"Das war eine tolle Sache", schwärmen Sonja Stöckle und Friederike Hauser im Rückblick. Sechs Wochen "Kiki im Tipi" - die Kinderkirchzeit der Evangelischen Kirchengemeinde - sind jetzt zu Ende gegangen.

So ganz wollen die Organisatoren die Hoffnung nicht aufgeben, dass es mit der "Kiki" weitergeht. "Es soll kein ausschließliches Sommerprojekt mit Erlebnischarakter sein", erläutert Dieter Bossmann, seines Zeichens Kirchengemeinderatsmitglied, Pfadfinderleiter und Mitinitiator der sommerlichen Kinderkirche in Burladingen.

Der Erlebnischarakter kommt allerdings nicht von ungefähr, findet doch die kindgerechte Gottesdienstfeier in einem großen Tipi der Pfadfinder auf der Wiese neben der Versöhnungskirche statt. So etwas hat nicht jede Gemeinde, und das kommt bei den Kleinen ungemein gut an. Wenn dann am Ende noch ein Feuer entfacht wird und man Marshmallows im amerikanischen Stil brät, dann ist wohl jedes Kind begeistert.

Beim letzten Kinderkirchtermin musste man leider in den Jugendraum unterhalb der Versöhnungskirche umziehen - die Wiese ist vom nächtlichen Regen noch feucht, und im Tipi liegen Überreste einer ganz anderen Feier: Lebensmittel und Abfälle. Im Tipi finden es eben auch andere gemütlich, wissen die Pfadfinder, doch nicht jeder räumt seinen Dreck auch wieder auf.

So finden sich also acht Erwachsene und neun Kinder im Jugendraum ein, wo Ute Liebald und Dieter Bossmann schon den Altar und die Stühle hergerichtet haben. Inzwischen übernehmen die beiden Pfadfinder nur noch Mesnerdienste und überlassen den ehrenamtlich engagierten Müttern die Durchführung der Kinderkirche.

Im Schnitt kamen an den insgesamt sechs Sonntagen in diesem Jahr je zwölf Kinder im Alter zwischen einem und acht Jahren. Seit der Premiere vor zwei Jahren wird die Kiki im Tipi sehr gut angenommen. Neuerdings sieht man auch immer mal wieder Väter. Beim letzten Termin waren es sogar gleich zwei!

"Lasst uns miteinander singen, loben und danken dem Herrn", begrüßt Sonja Stöckle die Kinder Hanna, Niklas, Felix, Maja, Kathrin, Annika, Nele, Samuel und Erja. Heute geht es um die Sonne und das Licht. Beim Entzünden der Altarkerzen wollen gleich mehrere Jungen und Mädchen helfen. Und sie sitzen alle aufmerksam um den Altar herum. Auf die Frage, weshalb die Sonne denn so wichtig sei, haben sie spontane Antworten: "Weil es sonst immer Nacht wäre", "weil sie es warm macht, "sie lässt Bäume und Pflanzen wachsen".

"Und wenn Wolken vor die Sonne ziehen?", will Sonja Stöckle wissen. "Selbst wenn man nichts sieht, ist da immer noch was", ahnen die Kinder. Gespannt hören sie anschließend die Geschichte "Wie die Sonne in das Land Malon kam". Eigenartige Menschen lebten dort, die immer Windlichter dabei hatten, weil es so stockfinster war. Misstrauen und Neid herrschte hinter den Mauern. Bis eines Tages ein Wanderer vorbei kam und von der Sonne erzählte, die wie Gold strahlt und Licht und Wärme auf die Erde schickt. Da fanden sich die Malonen zusammen, bekamen Sehnsucht nach dem Licht und sangen gemeinsam die Sonne herbei.

Die Kinder in Burladingen waren ohnehin überzeugt, dass gemeinsam alles viel schöner sei, weshalb sie auch zusammen "Vom Aufgang der Sonne" sangen und strahlende Sonnen bastelten. Und siehe da, die Sonne ließ sich an diesem Sonntag tatsächlich noch blicken.

Gemeinsam ist tatsächlich alles viel schöner. Deshalb denkt Dieter Bossmann sogar daran, eventuell mit der katholischen Kirchengemeinde eine gemeinsame Kinderkirche zu starten. Auch das Team, bestehend aus Sonja Stöckle, Daniela Boss, Susi Winter und Friederike Hauser, ist nicht abgeneigt. Vielleicht könnte man ja den Gottesdienst für Kinder das ganze Jahr über veranstalten - ein Mal monatlich. Ins Tipi könnte man dann allerdings nur im Sommer ziehen. Aber auch ohne Tipi findet (nicht nur) Hanna die Kinderkirche "ganz toll".