Die Kanzlertanne kommt dieses Jahr aus Hechingen – darüber waren die meisten Hohenzollern stolz: dass ein Baum aus dem heimischen Forst den Amtssitz von Angela Merkel schmückt. Immerhin bestehen ja ganz besondere Verbindungen von dem Städtchen am Albrand zur Bundesmetropole. Von hier zogen die Hohenzollernfürsten – mit Zwischenschritten – ins Brandenburgische, wandelten sich dort zu den Preußen, machten Berlin zur Hauptstadt des ersten deutschen Reiches, aus der dann – wenn auch nach unsäglichen Verwicklungen – die Bundeshauptstadt Berlin wurde.

Andere fanden die Hechinger Kanzlertanne nicht so toll, mäkelten, mit dem Transport des Baumes würden Ressourcen verschwendet. (Während man, ohne nachzudenken, selber sich Tannen aus den entferntesten europäischen Waldgebieten als Weihnachtsschmuck ins Wohnzimmer stellt. Und man es sonst selber auch mit dem Spritverbrauch nicht so genau nimmt.)

Regine Strobel, Mitarbeiterin der Hohenzollerischen Zeitung, beteiligte sich nicht an diesen Diskussionen. Sie überlegte, was man aus den Überbleibseln der Tanne machen könnte? Der Stumpf war noch da, Äste und Zweige noch reichlich vorhanden. Adventskränze könnte man daraus machen. Natürlich! Ein echter Verkaufsschlager, dachte sie sich. Und hatte recht. Regine Strobel überlegte aber noch weiter, nämlich, wie man den Erlös der Kränze verwenden könnte? Die Weihnachtsgans bezahlen? Ein hübsches Kleid kaufen? Das Geld in die eigene Silvesterparty investieren? Nein, da war unsere Mitarbeiterin selbstloser. Sie wollte das Geld für einen guten Zweck geben. Sie entschloss sich, den Betrag an die Pfoten­engel Zollernalb zu spenden. Die Idee des Vereins begeistert sie. Der Verein nimmt, HZ-Leser wissen das, Hunde, aber auch Katzen, von Menschen auf, die sich ganz unvorhergesehen nicht mehr um ihre Tiere kümmern können. Das kann aus vielen Gründen der Fall sein, oft aber, weil diese Besitzer ins Pflegeheim müssen.

Es handelt sich meist um ältere Vierbeiner. Und das, sagt Sandra Topler, die Vorsitzende der Pfotenengel,  greife ihr ans Herz: So ein „Viechle“ das seine jahrelange Heimat hatte, steht plötzlich allein da. „Jüngere Hunde kommen mit dem Tierheim womöglich besser zurecht. Aber so ein alter Herr?“

Also nimmt sich ihr Verein dieser Tiere an und versucht, sie zu vermitteln. Das klappt ganz gut, bis zu 30 Hunde und 30 Katzen nehmen die Mitglieder während eines Jahres bei sich auf und viele davon können sie vermitteln.

Das ist eine gute Sache, sagte sich Regine Strobel. Bei der Übergabe konnte sich die HZ-Mitarbeiterin dann auch davon überzeugen, wie gut das Geld angelegt ist. Sie überreichte den Betrag im Rahmen der Weihnachtsfeier des Vereins, im Hausener Engelswies. Da waren sie alle da: die Freunde der Pfotenengel, die Mitglieder und natürlich die Hunde, die derzeit bei diesen Mitgliedern in Pflege sind. Außerdem waren dabei ältere Menschen, teils mit Behinderungen. Nicht zufällig, denn stets sind zu den Vereinstreffen solche Mitbürger eingeladen, die selbst kein Tier halten können, die aber eine tierische Freude an den zutraulichen Schnuffelnasen haben.

Waren Sie schon einmal dabei, verehrte Leserinnen und Leser? Seien Sie versichert, auch der kälteste Eisbär würde glänzende Augen bekommen, wenn er sehen würde, wie die alten Menschen in der Gesellschaft der Tiere aufleben.

Einstweilen beschränkt sich der Kreis dieser Senioren noch auf persönlich geladene Gäste, es soll in Zukunft aber so sein, dass sich Altenheime mit Ausflugsgruppen  anmelden können.

Im Sommer kann man draußen im Hof sitzen, jetzt, im Winter, hält man sich in der Stube des Hauses auf. Das im übrigen tiptop gepflegt ist. Jeder Verdacht, der Verein, der das Haus im Frühjahr dieses Jahres erworben hat (die HZ berichtete), würde hier eine Verwahranstalt oder gar eine verwahrloste Anstalt für Tiere einrichten, verfliegt beim Betreten des Anwesens. Sandra Topler stellt in dem Zusammenhang nochmals klar. „Wir bringen hier nur dann zeitweise Tiere unter, wenn alle Plätze bei den Mitgliedern belegt sind. Und dann zieht auch immer jemand mit ein, der sich um sie kümmert.“ Nachdem es anfänglich Irritationen gab, hat Sandra Topler inzwischen das Vertrauen eines Großteils der Hausener Bevölkerung gewonnen. Auch sonst, sagt die 47-Jährige, finde sie  Rückhalt. „Wir bekommen viele Spenden, teils Geld-, überwiegend aber Sach- und Futterspenden. Wenn ich heimkomme, steht da oft ein Sack mit Hunde- oder Katzenfutter vor der Tür.“ Sie ist dankbar, ihre Organisation kann die Zuwendungen gebrauchen. Etwa für die geplanten Umbauarbeiten. „Wir wollen das Haus für die Seniorentreffen barrierefrei machen“, erklärt die Vorsitzende. Das sei das große Vorhaben des kommenden Jahres.

Wie gesagt, Regine Strobel, selber Besitzerin eines schon älteren, inzwischen kränkelnden Hundes, fand sich bestätigt. Und wünscht allen Besitzern eines Kanzlertannen-Kranzens, aber auch allen anderen Menschen und ihren Tieren ein schönes Weihnachtsfest!

Zwei Hunde suchen ein neues Zuhause


Verwaist Zwei neue Hunde haben die Pfotenengel dieser Tage in Pflege. Eine kleine Mischlingshündin, 17 Jahre, aus Rosenfeld und einen dreijährigen Labrador aus Burladingen. Der „Labi“ und sein Herrchen werden Weihnachten noch gemeinsam feiern, dann muss der Besitzer ins Altenheim. Wer den Tieren ein Zuhause bieten möchte, kann sich bei Sandra Topler melden, T. 015787193004.