Killer / Matthias Badura Der Killermer Ortsvorsteher gab bekannt, dass er für sein Amt als Rathauschef des Dorfes nicht mehr zur Verfügung steht.

Es war eine kurze Sitzung mit unspektakulären Punkten, es ging um den Umweltaktionstag, um einen neuen Zaun, der Kinder davon abhalten soll, vom Spielplatz in die Hauptstraße zu radeln sowie um Haushaltsmittel, die in den Augen des Ortschaftsrates allzu dürftig ausgefallen sind.

Die Offenlegung des Ortsvorstehers, ob er bereit wäre, im Falle seiner Wahl sein Amt nochmals anzutreten, stand ebenfalls auf dem Programm, war unter dem Punkt Verschiedenes angekündigt. Viele Beobachter im und außerhalb des Sitzungssaales hatten damit gerechnet, dass Josef Pfister nicht von seinem Rathaussessel lassen und nochmals antreten würde.

Für zwei Ämter nominiert

Ganz fern lag diese Überlegung nicht: Am Wochenende hatte ihn die CDU als Kandidaten für den Burladinger Stadtrat sowie für den Kreistag nominiert (die HZ berichtete). Durfte man sich da nicht in dem Glauben bestärkt fühlen, Pfister werde auch nochmal den Posten des Dorfchefs anvisieren, den er über zwei Jahrzehnte inne hatte – und an dem ihm offenkundig viel lag?

Aber dem ist nicht so. Kurz und knapp erklärte Pfister am Mittwoch, er habe nicht vor, sich nochmals für den Ortschaftsrat aufstellen zu lassen, er stehe demzufolge auch nicht mehr als Ortsvorsteher zur Verfügung.

Nachfragen oder Kommentare aus dem Gremium gab es keine, man nahm die Erklärung zunächst zur Kenntnis. Wie es weitergeht, scheint unklar. Wenn in Killer Verhandlungen über eine Wahlliste für die Kommunalwahl geführt oder sogar Kandidaten als Ortsvorsteher gehandelt wurden oder werden – so ist darüber bisher nichts nach außen gedrungen.

Doch vorhersehbar?

Oder hätte man die Entscheidung doch vorhersehen können? Pfister hat viel erreicht, gänzlich unbeschwert war seine Amtszeit, zumal die vergangene Periode nicht. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren war ihm eine Gegenliste hart zu Leibe gerückt, seither stand das Stimmenverhältnis 5:5 im Dorfparlament. Damals kursierten Gerüchte, Pfister wolle „zurücktreten“. Andererseits war seine Position nie richtig gefährdet, weil sich kein Gegenkandidat meldete, der ihm hätte das Amt streitig machen können.

Seit 1996 an der Spitze des Dorfes

Dienstältester Josef Pfister ist seit 1999 Mitglied des Burladinger Gemeinderates, davon zwei Perioden bei den Unabhängigen Bürgern, sonst in den Reihen der CDU. Bei der Kommunalwahl im Mai kandidiert er als Stadtrat für die CDU. Daneben ist er für den Kreistag nominiert. Das Amt des Killermer Ortsvorstehers übernahm Pfister 1996. Er ist damit der dienstälteste Ortsvorsteher der Gesamtstadt.