Wenn einer in Burladingen für unglaubliche Geschichten gut ist, dann ist es Wolfgang Bastian, der auch schon mal die „Toten Hosen“ von der Konzertbühne sang. Am Montag fährt der Vorsitzende der „burladinger maler“ nach Pulheim bei Köln, wo er in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ ein Bild zum höchstmöglichen Gebot verhökern will. Für sich genommen wäre das noch nichts Außergewöhnliches, jeder kann für die Sendung eine Zusage bekommen, wenn er einen halbwegs interessanten Gegenstand anzubieten hat. Das Bild, das Bastian den Händlern zeigen will, ist nun tatsächlich interessant, aber es fast interessanter, wie es in seinen Besitz kam.

Als Tombola-Gewinn wieder aussortiert

Bekanntlich moderiert Wolfgang Bastian seit vielen Jahren bei verschiedensten Veranstaltungen in Burladingen das Glücksrad oder die Tombola. So auch im vergangenen Jahr beim Sommerfest der evangelischen Kirchengemeinde. Unter den Preisen, die es zu gewinnen gab, hatte sich zunächst auch ein Bild befunden, das eine bekannte Burladinger Persönlichkeit für die Tombola gestiftet hatte.

Nun hatte die Organisatorin der Tombola, Kirchenratsmitglied Vera Bender, diesen Preis wieder aussortiert, weil sie überzeugt war, der mögliche Gewinner würde tief enttäuscht darüber sein. Wenn‘s ein röhrender Hirsch vor einer Alpenkulisse gewesen wäre – aber das Bild, einen Druckgrafik, zeigt eine Ansammlung von Punkten. Die trifft kaum den landläufigen Geschmack. Was damit tun? Wegwerfen? Auf keinen Fall. Wolfgang Bastian, der Künstlerchef, dachte sich Bender, versteht etwas von moderner Kunst. Dem gefällt das ungewöhnliche Werk womöglich. Also verehrte sie es Bastian nach dem Fest als Dank für seine Unterstützung am Glücksrad.

Erst einmal in der Kammer verstaut

So sonderlich beeindruckt war der mutmaßliche Kunstkenner aber gar nicht. Das Bild wanderte bei ihm zuhause in die Ecke einer Kammer, wo es lange stand und womöglich noch heute stehen würde. Wenn Bastian nicht „Bares für Rares“ geguckt hätte. In der Sendung, die er zufällig verfolgte, bot ein Besitzer den Händlern eine Druckgrafik Günther Uecker an. Als der Name des Künstlers fiel, klingelte es bei Bastian: Stand der Name nicht auch auf dem Geschenk Vera Benders? Im weiteren Verlauf der Sendung erfuhr Bastian, dass Uecker als der bedeutendste lebende Künstler Deutschlands gilt. Originale, erfuhr er weiter, sind unbezahlbar, aber selbst Drucke werden hoch gehandelt.

Nun ist Bastians Exemplar, das anschließend umgehend die Kammer verließ, um einiges größer als jenes, das damals in „Bares für Rares“ für eine ansehnliche Summe den Besitzer wechselte. Doch mehr noch, Bastians Grafik trägt die Original-Unterschrift des Künstlers, sie ist von Günther Uecker persönlich signiert.

Der Burladinger Vereinschef hängte sich ans Telefon, meldete bei der Redaktion von „Bares für Rares“ seinen Fund und fragte, ob man daran Interesse habe? „Wann hätten Sie denn Zeit zu kommen?“, lautete die Antwort. Zunächst wollten die Verantwortlichen natürlich wissen, mit wem sie es zu tun haben, ob der Verkäufer, der sich ihnen anbietet, publikums- und medientauglich ist – und nicht etwa kamera- oder bühnenscheu? In Burladingen würde man über diesen Verdacht sicherlich schallend gelacht haben. Doch auch die Fernsehmacher kamen offenbar schnell zu der Überzeugung, dass man Bastian vor eine Kamera stellen kann.

Welchen Preis wird das Bild wohl erzielen?

Vera Bender weiß inzwischen, was sie da aus der Hand gegeben hat. Und grämt sich überhaupt nicht. Es sei ein Geschenk gewesen und von Anfang an dazu bestimmt, dass es jemand anderer bekommt. Bei Bastian sei es in den richtigen Händen.

Man darf gespannt sein, welchen Preis der für den Uecker erzielt. Wie man den 50-Jährigen kennt, geht es ihm aber wohl gar nicht darum, einen möglichst hohen Preis zu erzielen, sondern um das Erlebnis im Studio, darum Horst Lichter die Hand schütteln zu können und, Luki und Co, die Händler persönlich kennen zu lernen.

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Sendetermin steht noch nicht fest


Walzwerk Am Montag fährt Wolfgang Bastian ins Pulheimer Walzwerk, wo die „Bares für Rares“-Sendungen aufgezeichnet werden. Seine Frau Hanna begleitet ihn. Wann die Sendung im ZDF ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest. Fest steht einzig und allein, der, der beim evangelischen Gemeindefest das Glücksrad gedreht hat, hat von allen das meiste Glück gehabt.