Killer/Starzeln/Hausen Holzstapel und Autowracks haben am Bach nichts verloren

Bei der Gewässerschau in Killer am Starzelufer in Killer mit dabei: Bauhof-Vorarbeiter Rolf Mathe und Melanie Mayer vom Stadtbauamt. Foto: Tanja Marquardt
Bei der Gewässerschau in Killer am Starzelufer in Killer mit dabei: Bauhof-Vorarbeiter Rolf Mathe und Melanie Mayer vom Stadtbauamt. Foto: Tanja Marquardt
Killer/Starzeln/Hausen / TANJA MARQUARDT 06.12.2013
Wo muss ein Holzstapel entfernt werden, um nicht vom Hochwasser mitgerissen zu werden? Wo lässt sich das Bachufer standortgerechter bepflanzen? Darum ging es gestern bei der Gewässerschau an der Starzel.

Die Zahl und Heftigkeit der Unwetter nimmt zu, auch im Zollernalbkreis. Und mit den Unwettern verbunden ist immer die Gefahr eines Hochwassers. Die Bewohner des Killertals haben das am schmerzlichsten 2008 erfahren müssen, als winzige Rinnsale zu reißenden Bächen wurden und die Ortschaften überschwemmten. Große Schäden sind dabei entstanden durch Holz und andere Gegenstände, die vom Gewässerrandstreifen mitgerissen worden waren und dann das Wasser aufstauten.

Um in Zukunft diese Schäden möglichst gering zu halten, fand gestern eine Gewässerschau entlang der Starzel auf Burladinger Gemarkung statt. Unter Gewässerschau ist eine behördliche Besichtigung von Gewässern zu verstehen. Vertreter des Umweltamtes und des Wasseramtes des Landratsamts Zollernalbkreis schritten zusammen mit Melanie Mayer vom Burladinger Stadtbauamt und Bauhofvorarbeiter Rolf Mathe den Bach von Killer bis nach Hausen ab. Ziel war die Aufnahme potenzieller Gefahrenpunkte, um diese nach und nach so weit wie möglich zu beseitigen.

Dabei umfasste die Kontrolle nicht nur das Wasser selbst, sondern auch die Gewässerböschungen, die Ufer und die Gewässerrandstreifen. Die Behördenvertreter lenkten auch ein Augenmerk auf die Bepflanzung. Erwünscht sind Pflanzen, die eine sogenannte Standortgerechtigkeit aufweisen: Weide, Haselnuss und Erle gehören beispielsweise dazu. Unerwünscht sind hingegen Bepflanzungen wie Thuja oder die Fichte. Diese wurzelt nicht im Wasser und ist mit ihren flachen Wurzeln stark gefährdet, bei höherem Wasserstand mitgerissen zu werden. Der Baum kann dann Stauungen und somit Überschwemmungen verursachen.

Entlang der Starzel sind die Kontrolleure mehrfach fündig geworden. Bei städtischen Flächen ist die Beseitigung kaum ein Problem. Stück für Stück soll in Zusammenarbeit mit dem Forst beispielsweise in Killer eine Fichtenschonung vom Ufer zurückgedrängt werden und in Ufernähe Platz machen für wasserliebende und uferbefestigende Pflanzen. Dabei wissen die Vertreter des Landkreises, dass sie sich auf die Zusammenarbeit mit Burladingen verlassen können: "Frau Mayer ist da ja hinterher", lautete das Lob.

Wenn es Beanstandungen gibt, die Privatgrundstücksbesitzer betreffen, werden diese angeschrieben werden. Fünf Meter beträgt die Gewässerschutzzone innerorts, außerhalb des Ortes ist sie sogar zehn Meter breit. Innerhalb dieser Zone sollte nicht nur die Vegetation uferbefestigend sein. Alles, was bei einem erhöhten Wasserpegel mitgerissen und so zu einem Abflusshindernis werden könnte, muss aus dieser Zone entfernt werden: Holzstapel, Autowracks, Komposthaufen, Hühnerställe beispielsweise.

Bei der Gewässerschau wurden die Fälle vor Ort aufgenommen. Nach Prüfung durch die Gemeinde werden gegebenenfalls die Besitzer angemahnt, die geschützte Zone zu räumen, damit der Schaden flussabwärts beim nächsten Hochwasser so gering wie möglich bleibt.

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