Das Burladinger Pflegeheim Haus Fehlatal hatte am Mittwoch Besuch von Martin Rosemann. Der Heimbeirat des Hauses hatte den Abgeordneten eingeladen Sehr zur Freude von Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister waren auch Bürgermeister Harry Ebert, Friedemann Mutschler, Vorsitzender des Fördervereines Seniorenzentrum, der komplette Heimbeirat und die gesamte Heimleitung anwesend. Pfister stellte den Gästen das Konzept der Pflegeheime der Benevit-Gruppe vor. Es legt besonderen Wert auf die Einbindung der Heimbewohner in das Alltagsgeschäft. So werden zum Beispiel die Mahlzeiten von Angestellten des Hauses und Bewohnern gemeinsam gekocht. Auch die Wäsche wird miteinander gemacht. Diese Einbindung in wichtige Tätigkeiten soll den Heimbewohnern das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Vom Gelingen des Konzeptes zeugt die Tatsache, dass rund 60 Prozent der Heimbewohner in Pflegestufe 1 (statt in 2 oder 3) eingruppiert sind.

Ein weiterer Punkt, auf den Wert gelegt wird, ist das Miteinander zwischen Personal und Bewohnern. Im Haus Fehlatal werden 56 Pflegebedürftige von 45 Mitarbeitern betreut. Jeder Mitarbeiter ist für sämtliche Tätigkeiten mitverantwortlich.

Martin Rosemann zeigte sich beeindruckt von Pfisters Erläuterungen. Und beim Rundgang durch das Haus wurde sein erster positiver Eindruck bestätigt und untermauert. Er traf gut gelaunte Hausbewohner, die in das Geschehen eingebunden wurden. Sehr erstaunt zeigte sich Rosemann auch über Besonderheiten, die zum Wohlbefinden der Bewohner beitragen. So kann zum Beispiel in einer Wohlfühl-Badeoase die Badewanne durch Knopfdruck zum Benutzer hochgehoben werden. So wird der Benutzer nicht ins Wasser abgesenkt, sondern die Wanne steigt zu ihm hoch. Dadurch, so erläuterte Kaspar Pfister, werde den Benutzern die Angst genommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Pflegepersonal ergonomisch arbeiten kann. Außerdem besteht im Badezimmer die Möglichkeit, das Licht abzudunkeln und einen herrlichen Sternenhimmel an die Decke zu zaubern. Abgerundet wird das Wohlgefühl noch durch Kerzenlicht und Duftlampen. Diese und weitere Besonderheiten stehen nicht nur den Bewohnern. sondern auch dem Personal zur Verfügung. Zum gemeinsamen Mittagessen kamen noch einige politische Fragen auf den Tisch. So war die Ungleichbehandlung von ambulanter und stationären Pflege gemäß dem neuesten Pflegestärkungsgesetz für die meisten Anwesenden nicht nachvollziehbar. Warum, so lautete eine Frage, steht für eine ambulante Pflege fast das Doppelte an Geld zur Verfügung wie für eine stationäre Pflege? Dass die ambulante Pflege massiv vorangetrieben werden soll, werde in einem finanziellen Desaster enden, befürchtete Kaspar Pfister. Er fragte an die Adresse der handelnden Politiker: "Wieso bekommt nicht jeder Pflegebedürftige die gleiche Leistung und kann selbst entscheiden, ob er sie ambulant oder stationär einsetzt?"

Rosemann stellte am Ende fest, dass der Besuch ihm viele neue Einblicke gegeben habe - und die Erkenntnis, dass es für die Politik noch viel zu tun gebe.