Melchingen Halali! Im Forst ballern die Lindenhof-Jäger

Waidmannsheil – ist eine Posse des Melchinger Theaters Lindenhof über das Jagdhandwerk. Dem Vernehmen nach hat das Stück jedoch, als es vor Jahren gespielt wurde, auch Jägersleuten gefallen. Am Donnerstag wird es wieder aufgenommen und bis Ende des Monates in acht Vorstellungen unter freiem Himmel gespielt. Die Darsteller sind Gerd Plankenhorn (links) und Berthold Biesinger.
Waidmannsheil – ist eine Posse des Melchinger Theaters Lindenhof über das Jagdhandwerk. Dem Vernehmen nach hat das Stück jedoch, als es vor Jahren gespielt wurde, auch Jägersleuten gefallen. Am Donnerstag wird es wieder aufgenommen und bis Ende des Monates in acht Vorstellungen unter freiem Himmel gespielt. Die Darsteller sind Gerd Plankenhorn (links) und Berthold Biesinger. © Foto: Lindenhof
Melchingen / SWP 18.07.2018
Die Theaterbühne spielt ihr Stück „Waidmannsheilt“ bis Ende des Monats unter freiem Himmel. Am Donnerstag ist die erste Vorstellung.

Das Theater Lindenhof startet mit der Wiederaufnahme eines turbulent-schwarzhumorigen Stückes in den Melchinger Theatersommer. Bis Ende Juli zeigt es „Waidmannsheil!“ auf einer Waldlichtung hinter dem Gelände des Melchinger Obst- und Gartenbauvereins.

Ein Schuss kracht. Zwei Jäger, die vom Typ her unterschiedlicher nicht sein könnten, besteigen einen Hochsitz im Wald. Dargestellt werden die beiden Waidmänner von Berthold Biesinger und Gerd Plankenhorn. Die Lindenhof-Mimen haben das Stück schon 130 Mal gespielt, allerdings immer auf Theaterbühnen. Nun also in freier Wildbahn unter Melchinger Himmel. Was versprechen sie sich, worin liegt der besondere Reiz? Mit den beiden Schauspielern sprach Simone Haug.

Eigentlich habt ihr beide vor dem Stück mit der Jagd nicht viel am Hut gehabt. Wie schafft man es, sich in so eine Rolle hineinzudenken?

Gerd Plankenhorn: Bei unseren Proben hat uns ein Jäger begleitet, der uns viel erzählt hat, was man auf einem Jägersitz so erlebt. Da hat man gemerkt, dass die Realität die kuriosesten Geschichten schreibt. Auch über die Jagd haben wir einiges gelernt, zum Beispiel wie schlau Wildsauen sind und dass sie gar nicht erschossen werden, sondern vielmehr zu Tode erschreckt. Auf dem Jägersitz treffen bei uns zwei Generationen von Jägern aufeinander. Der eine ganz alte Schule im Loden und der andere eher jung und flippig. Über die junge Jägergeneration gibt es dann auch so Geschichten, dass die mit dem Handy auf dem Jägersitz sitzen und auf ihre Wildschwein-App schauen, während die Sau vorbei läuft. Und der Jäger hat uns einen Einblick gegeben, was einem so durch den Kopf geht, wenn man stundenlang auf dem Jägersitz ausharrt und eigentlich nichts passiert.

Berthold Biesinger: Ja und da können sich die wildesten Gedanken entfalten. Es ist ein sehr witziges Stück. Aber auch schwarzhumorig, manchmal sogar sehr schwarz. Schwäbischer, schwarzer Humor halt.

Ist es ein Unterschied, das Stück draußen zu spielen?

Gerd Plankenhorn: Innen ist es ein geschützter Raum, der nur dafür eingerichtet ist, dass man darin Theater spielt. Draußen muss man den Ort erst zum Theaterort machen, frei räumen, Kabel verlegen und vieles mehr. Das macht es aber auch spannend, weil der Zuschauer merkt, er hockt da jetzt an einem Fleck, wo sonst etwas ganz anderes stattfindet. Wir spielen es gerne draußen, es hat einfach einen anderen Charakter. Wir brauchen keine eingespielten Waldgeräusche, sondern können gespannt sein, was sich so im Wald tut, während wir spielen. Vielleicht kommt ja eine Sau vorbei...

Berthold Biesinger: Welcher Zuschauer will schon im Sommer, wenn es schön und heiß ist in einem einen schwarzen dunklen Theaterraum sitzen? Wenn wir das draußen spielen und das dann auch noch so gut zum Thema passt ist das natürlich umso besser.

Wie viel Text ist nach drei Jahren Pause noch da?

Gerd Plankenhorn: Wenn man es so oft gespielt hat, sage ich, hat man es irgendwann im Rückenmark. Der Saphir kommt auf die Platte, auch wenn sie jahrelang nicht aufgelegt wurde, und die läuft dann doch, vielleicht hüpft er mal auf eine andere Rille, aber das ist unser Job, damit müssen wir klar kommen. Und jetzt üben wir es und dann wird es wieder so wie am ersten Tag, vielleicht sogar besser.

Berthold Biesinger: Ja, der Text ist noch da und auch die Lieder.  Wir durften die Platte ja nie wegwerfen, da das Stück ja nicht abgesetzt wurde.

Acht Vorstellungen sind geplant

Karten Die Vorstellungen von „Waidmannsheil!“ beginnen jeweils um 20.30 Uhr. Gespielt wird von Donnerstag, 19., bis Sonntag, 22. Juli. Außerdem von Donnerstag, 26., bis Sonntag 29. Juli. Spielort ist eine Waldlichtung hinter dem Gelände des Gartenbauvereins Melchingen. Der Verein sorgt auch ab 19 Uhr für die Bewirtung. Parkplätze sind ausgeschildert. Karten gibt es über das Theater, Telefon 07126/929394, online unter www.theater-lindenhof.de oder über die Vorverkaufsstellen der Region.

Zuschauerzahlen Der Lindenhof gibt jährlich rund 350 Vorstellungen – davon 230 in Melchingen und 120 an Gastspielorten in Baden-Württemberg, aber auch überregional in München, Hamburg oder Recklinghausen. Jährlich zählt man rund 45 000 Zuschauer, davon 20 000 allein am Stammsitz in Melchingen.

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