Seit Montagabend, 18 Uhr, steht fest: Die Burladinger Bürgermeisterwahl am 8. März wird zum Dreikampf. Freilich zu einem mutmaßlich höchst einseitigen. Amtsinhaber Harry Ebert darf schon jetzt den Sekt kalt stellen. Außer dem Reutlinger Dauerkandidaten Dr. Horst Raichle hat sich nur noch Hans-Jörg Nordmeyer beworben, der Landesvorsitzende der Partei "Nein-Idee". Und der würde, den Prinzipien seiner Partei entsprechend, eine Wahl zum Bürgermeister gar nicht annehmen.

Der CDU-Stadtverband hingegen hat nur Absagen kassiert. "Trotz intensiver Bemühungen und zahlreicher Gesprächen ist es uns nicht gelungen, das Bewerberfeld durch weitere geeignete Kandidaten zu vergrößern", erklärte Stadtverbandschef Frank Schroft. "Dies war bis zuletzt unser Bestreben, um der Bevölkerung unserer Gesamtstadt eine ,echte' Wahl zu ermöglichen. Wir bedauern diese Situation, wünschen uns aber trotzdem, dass möglichst viele unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen."

Harry Ebert, seit 16 Jahren Bürgermeister, hat mithin beste Chancen auf eine dritte achtjährige Amtszeit. Am Freitagabend hat er das große Forum der Stadthallen-Einweihung genutzt, um an die bevorstehende Wahl zu erinnern. Zu seiner Leistungsbilanz sage er "gar nix, dann komm' i in nix nei", erklärte er vor 1000 Zuhörern - und fuhr fort: "nix zum sanierten Bahnhof, nix zur Trigema-Arena und überhaupt nix zur Neugestaltung des Ambrosius-Heim-Areals", außerdem "nix zum Bürgerhaus Hörschwag, zu sanierten Schulen und zu erschlossenen Baugebieten." Wer sich näher dafür interessiere, möge zu einer seiner Wahlveranstaltungen oder zur offiziellen Bewerbervorstellung am 20. Februar kommen.

Bei letzterer ist außer dem 52-jährigen Ebert mit Dr. Horst Raichle zu rechnen. Der 56-jährige Arzt aus Reutlingen-Degerschlacht tritt bei diesen Veranstaltungen gerne auf, wenn er sich als Bürgermeister bewirbt. Zuletzt tat er dies in Trochtelfingen, wo er sich mit 0,8 Prozent der Wählerstimmen begnügen musste, in Sauldorf (4,7 Prozent), in Kirchentellinsfurt (0,9) und in Pfullingen (1,1), wo er anschließend das Wahlergebnis angefochten hat.

Nicht in der Stadthalle zu erleben sein wird dagegen der dritte Mann, dessen Name auf dem Stimmzettel stehen wird: Hans-Jörg Nordmeyer, 51-jähriger selbstständiger Gartengestalter aus Heubach im Ostalbkreis. Der Vorsitzende der Partei "Nein-Idee" in Baden-Württemberg sagte der HZ, solche Auftritte tue er sich nicht mehr an. Und wie immer, wenn er kandidiere, werde er das Bürgermeisteramt im Falle seiner Wahl auch nicht annehmen. Nordmeyer kommt nach eigener Darstellung aus der linken Szene und sieht "die Zukunft dieser Erde im kapitalistischen Wahn untergehen". Der Idee seiner Partei entsprechend, tritt er an, um Stimmen all jener einzusammeln, die andere Kandidaten nicht wählen würden.