Burladingen Für Grüne kein Platz im Amtsblatt

Burladingen / Rainer Eule 18.07.2018
Die Ankündigung der Gründungsversammlung einer Burladinger Ortsgruppe durfte nicht ins Nachrichtenorgan der Stadt. Das hat die Gründung nicht aufgehalten.

Seit Montagabend ist die politische Landschaft in Burladingen um einen Farbtupfen reicher. Mit der Gründung des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen wird damit auch ein erster Schritt in Richtung Kommunalwahlen 2019 getan, eine eigene Liste ist zu erwarten. Die Gründung ist dem Reutlinger-Tübinger Lokalfernsehen einen 30 Sekunden-Spot wert. Im Burladinger Amtsblatt durfte die Versammlung hingegen nicht angekündigt werden. Laut Aussage des Mitbegründer Stefan Businger habe die Stadtverwaltung in Person von Bürgermeisters Harry Ebert die Veröffentlichung untersagt.

Neuerliche Beschwerde

Mit dem Hinweis, dass auch andere Parteien ihre Termine im Amtsblatt bekannt geben, habe man daraufhin Beschwerde beim Landratsamt eingereicht eingelegt, hieß es an dem Abend. Die Sache werde geprüft und sei wohl tatsächlich nicht zulässig.

Zum Versammlungsverlauf: Der Andrang in „Dianas Hendl Alb“ hielt sich in Grenzen, trotzdem konnten die Vorstandsämter alle besetzt werden, und die Gewählten strahlten Aufbruchstimmung aus. Begrüßt wurden die Anwesenden vom Kreisvorsitzenden Erwin Feucht. Er leitete auch die Wahl und erläuterte die zwischenzeitlich ausgearbeitete Satzung.

Insbesondere ging er auf die Arbeit der Beisitzer ein. Sie bilden ein „breites Fundament der Meinungsbildung“, ihre Zahl kann variieren. Die Wahl verlief problemlos, Vorsitzender der Ortsgruppe ist Stefan Businger.

Nach den Formalitäten begrüßte Stefan Businger den Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Oliver Hildenbrand. Gleichzeitig stellte sich Businger als Mitglied einer „Patchworkfamile“ vor, die in Hermannsdorf wohnt.

Businger hofft, dass die neue Vorstandschaft „die Partei weiter voranbringt“. Wichtig seien dem Burladinger Ortsverband die Themen Jugendarbeit, Kinderbetreuung und die allgemeine Attraktivität Burladingens.

Oliver Hildenbrand sah die Themen aus landespolitischer Gesamtperspektive. Die Politik drohe derzeit, „aus den Fugen zu geraten“. Sittliche Werte kämen immer mehr ins Abseits. Sein Aufruf lautete deswegen, Partei zu ergreifen, Farbe zu bekennen, Flagge zu zeigen und sich für Werte einzusetzen. „Politik muss keinen Spaß machen, sondern Sinn“, zitierte er dazu Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gesellschaftliche Mitte sei verloren gegangen, sie drifte nach rechts ab.

Weiter kam Hildenbrand auf den Schwerpunkt Grüner Politik zu sprechen: Nachhaltigkeit und der schonende Umgang mit der Natur. Man müsse sich der ökologischen Verantwortung stellen, meinte er, dies gelte auch für die boomende Autoindustrie. Sie müsse ökologisches Handeln begreifen, wenn sie international bestehen wolle. Weitere Themen waren Mobilitätskonzepte zur Stärkung des Nahverkehrs, Bildungsinfrastruktur mit Chancengleichheit für alle und Integration von Flüchtlingen vor Ort.

Alle Vorstandsämter sind besetzt

Vorstand Zum Vorsitzenden der Burladinger Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen wählten die Anwesenden in „Dianas Hendl-Alb“ Stefan Businger, 2. Vorsitzender ist nach dem Willen der Versammlung Peter Thriemer, den Posten der Schriftführerin übernahm Diana Businger. Als Beisitzer fungieren in dem Gremium: Ute Tatzel, Anette Thriemer, Florian Bauermeister, Armin Klaiber und Ulf Gerlach. Nun will man mit verschiedenen Aktionen in die Öffentlichkeit treten und die Themen für den Kommunalwahlkampf 2019 ausarbeiten. Vor allem aber gehe es darum, Kandidaten zu gewinnen.

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