Starzeln Fliegen am Kraterrand

Starzeln / SWP 03.01.2015
Lanzarote, die östlichste der Kanareninseln mit ausgeprägter vulkanischer Landschaft, war jüngst Ziel der Gleitschirmpiloten des DGFC Starzeln.

Vulkane, Sonne, viel Wind und der Atlantik sind im Dezember nur vier Flugstunden von der heimischen Alb entfernt und lockten die Piloten aus dem Killertal, mit ihren Textilfliegern zum Fliegen 140 Kilometer vor die afrikanische Westküste. Die Unterkunft geografisch Zentral auf der Insel gewählt, konnten die zur Verfügung stehenden Fluggebiete auf relativ kurzem Wege erreicht werden, ist die Insel doch gerademal weniger als 50 Kilometer lang.

Speziell im Norden erheben sich ansehnliche Berge vulkanischen Ursprungs bis über 600 Meter Höhe über dem überall nahen Meer, die aber den meist aus Nordost von der Sahara und dem Atlasgebirge her kommenden Wind keinen großen Widerstand entgegensetzen können.

Ohne spezielle Kenntnisse, wie mit Starkwind umgegangen werden muss, sowie ohne lokalen Guide, der die Verhältnisse einschätzen kann, ist ein Fliegen mit langsamen Fluggeräten wie Drachen oder Gleitschirmen nicht zu denken. Lanzarote ist wohl eines der anspruchsvolleren Fluggebiete in Europa, wenn auch am äußersten Rand.

Anders als normal, beginnen die Textilflieger den Flug nicht vom Berg oben, sondern von unten. Nur wenige Meter über dem Meeresspiegel arbeiten sie sich im so genannten "Luvstau", wo der Wind etwas schwächer bläst (weil von den steilen Hängen aufgehalten), am Hang aufwärts.

Ein Bergstart, also von oben herab, wäre zu riskant, da man zum Beispiel in einen Krater hinein geblasen werden könnte. Davon gibt es dort noch über 770 Stück.

Der Vulkanismus ist zwar seit etwa 200 Jahren nicht mehr aktiv auf Lanzarote, jedoch fanden die Piloten aus dem Killertal an "nicht fliegbaren" Tagen die Gelegenheit, in einem Nationalpark dessen Spuren zu verfolgen. So gibt es ein Lokal, das die Gerichte in einer Erdspalte gart, was sehr beeindruckend war. Den Piloten gelang es aber trotz starkem Wind und ungewöhnlich viel Regen auch für diese Jahreszeit, über den erloschenen Vulkankratern und an den Bergen entlang der Küste zu fliegen und dabei sogar bis an die von Afrika her kommenden Wolken zu gelangen.

Ein ausgesprochen erlebnistreiches und eindrucksvolles Flugabeteuer, nur von dünnen Leinen und etwas Stoff getragen, konnten die Piloten mit nach Hause ins Killertal bringen.

Bereits in diesem Monat steht für die Drachenfliger aus dem Killertal das nächste Event an - wenn einige von ihnen noch weiter nach Südafrika reisen, um ihrem luftigen Sport im dortigen Hochsommer zu frönen.

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