Melchingen Es summt und brummt im Kindergarten

Melchingen / Adelbert Barth 18.08.2018

Seit Jahren pflegt der Obst- und Gartenbauverein Melchingen eine Kooperation mit dem Kindergarten seiner Gemeinde Die Mitglieder des Vereins betreuen die Obstbäume im Garten der Kindertagesstätte, helfen beim Ernten des Obstes und mosten mit den Kindern, so dass die Kleinen beim Vesper ihren eigenen Apfelsaft trinken können.

Im Lehrgarten des Vereins entstand ein Bienenhotel, dessen Pflege wiederum der Kindergarten übernommen hat. Um diese Kooperation zu vertiefen, hat sich Willi Maichle – er ist Beisitzer im Verein – zum Streuobstpäda­gogen weitergebildet.

Diese Fortbildung wird vom Zollernalbkreis angeboten. Ziel ist es, jungen Leuten in Schulen und Kindergärten die Natur und die Streuobstwiesen näher zu bringen – und so zum Erhalt der Wiesen beizutragen.

In 95 Unterrichtseinheiten erlernen die Teilnehmer Dinge wie Baumpflanzung und Baumschnitt, Ernte und Verwertung. Bei weiteren Lerninhalten geht es um Wiesenpflege, Wiesenkräuter, Insekten und Vögel sowie Bestäubung und Imkerei. Darüber steht immer der Gedanke, dass die Teilnehmer befähigt werden sollen, all das später den Kindern altersgerecht vermitteln zu können.

Willi Maichle dürfte das nicht schwer fallen, ist er doch von Beruf Fachoberlehrer mit der Fachrichtung Sonderpädagogik. Ein Mal im Monat trifft er sich mit zehn Kindern und ihren Erzieherinnen. Bei der ersten Aktion wurde im Lehrgarten eine Blumenwiese angelegt, um blütenbestäubende Insekten anzulocken.

Die Kleinen erlebten auch die Bestäubung der Obstbäume im Frühling mit und können inzwischen die Früchte an den Zweigen reifen sehen. Im Garten des Kindergartens pflanzten die fleißigen Kleinen außerdem mehrjährige Kräuter und Blumenstauden, damit die Insekten auch hier Nahrung finden. Jetzt können es die jungen Leute kaum erwarten, endlich den Lohn ihrer Arbeit zu ernten, um daraus leckeren Apfelsaft zu pressen.

Ungewöhnlich frühe Apfelernte

Erträge Nicht nur im Melchinger Kindergarten rückt die Apfelernte näher. In den unteren Lagen des Zollernalbkreises wird man das Obst in rund zwei Wochen einbringen können, das ist ungewöhnlich früh. Auch die Annahmestellen öffnen dieses Jahr entsprechend schon vor der üblichen Zeit. Grund ist der trockene Witterungsverlauf. Es sind mengenmäßig reiche Erträge vorhergesagt. Dass die Äste fast aller Obstsorten voller Früchte hängen, kann auch der Laie erkennen. Auf der Alb wird man mit der Ernte rund zehn Tage später dran sein als in den unteren Lagen.

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