Starzeln Einstimmig: Meyer darf gehen

Sichtlich erleichtert scheidet Starzelns Ortsvorsteher Wolfgang Meyer (Mitte) aus dem Amt - und mit ihm die Räte Luis Pfister und Hans-Jürgen Krohn.
Sichtlich erleichtert scheidet Starzelns Ortsvorsteher Wolfgang Meyer (Mitte) aus dem Amt - und mit ihm die Räte Luis Pfister und Hans-Jürgen Krohn. © Foto: Bender
Starzeln / VERA BENDER 19.09.2014
Bei der letzten Sitzung des alten Starzelner Ortschaftsrates ist Ortsvorsteher Wolfgang Meyer auf eigenen Wunsch aus dem Gremium ausgeschieden. Ob der gewünschte Neuanfang im Dorf gelingt, ist noch offen.

Diese Sitzung dürfte wohl in die Geschichte des Ortes eingehen. Und zwar nicht nur, weil sie gerade mal zehn Minuten gedauert und viele Bürger in den Sitzungssaal des Rathauses gelockt hat.

Lange Querelen zwischen den Vertretern der "Bürgerliste" von Wolfgang Meyer und der Liste "Für Starzeln" um Berthold Krieg waren diesem Ereignis im Wahlkampf vorausgegangen. Künftig werden sich am Ratstisch jeweils vier Vertreter der beiden Listen gegenübersitzen - und einen neuen Ortsvorsteher stellen müssen. In der konstituierenden Sitzung am kommenden Montag dürfte es deshalb spannend werden. Namen von möglichen Ortsvorsteherkandidaten wollte am Mittwoch noch niemand nennen.

Diese letzte Sitzung des alten Ortschaftsrates ging vergleichsweise sachlich über die Bühne: Die Mitteilung, dass im Rathaus diverse Arbeiten stattgefunden haben, das Ausscheiden des Ortsvorstehers und die Feststellung von Hinderungsgründen für einzelne Ortschaftsräte standen auf der Tagesordnung. Das wäre es gewesen. "Wir sind ein Auslaufmodell im klassischen Sinn", meinte Wolfgang Meyer und wollte deshalb die Bürgerfragestunde auf die nächste Sitzung, wenn sich das neue Gremium am Montag konstituiert, verlegen.

Doch es beharrte jemand auf die Bürgerfragestunde. Ortschaftsrat Josef Musler wollte Auskünfte zu einem Fall in Starzeln, bei dem ein Grundstück falsch vermessen wurde. Was der Ortsvorsteher in dieser Sache unternommen habe, wollte Musler wissen. "Nichts", so die Antwort von Meyer. Dieser Fall betreffe die Gemeinde nämlich überhaupt nicht. Und auch wenn Musler darauf beharrte, man müsse sich doch darum kümmern, verwies Meyer immer wieder darauf, dass dies lediglich eine Angelegenheit zwischen der Grundstückseigentümerin, der beauftragten Baufirma und dem Vermesser sei.

Nach der Verabschiedung der scheidenden Gremiumsmitglieder war die Sitzung auch schon wieder zu Ende. Ein Weinpräsent erhielten Hans-Jürgen Krohn und Luis Pfister und Hans-Martin Schlude. Luis Pfister war nicht mehr zur Wahl angetreten. Hinderungsgründe wurden bei Krohn festgestellt, der aufgrund seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zu seiner Schwester Andrea Puma, die ins Gremium einzieht, das Amt nicht antreten kann. Er wäre der erste Nachrücker für Meyer gewesen.

Zweite Nachrückerin ist Sibylle Rundel, die private Gründe angegeben hatte, das Amt nicht anzutreten, die vorab nicht öffentlich beraten wurden. Die Gemeindeordnung sei in den Formulierungen nicht ganz eindeutig, stellte der Ortsvorsteher fest, doch wenn einem laut Gemeindeordnung "das Amt nicht zugemutet werden kann", dann könne man entlassen werden. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde Sybille Rundel von ihren Pflichten enthoben.

Der dritte Nachrücker Hans-Martin Schlude beantragte, aus beruflichen Gründen von den Pflichten entbunden zu werden. Bleibt also noch Thomas Schall, der voraussichtlich den vierten Sitz der Bürgerliste einnehmen wird.

Den scheidenden Ortsvorsteher verabschiedete dessen Vize Ottmar Kuster. Eigentlich war Wolfgang Meyer ja wieder gewählt worden, und zwar fast mit der gleichen Stimmenzahl (975) wie sein Herausforderer Berthold Krieg (988). Dennoch wollte Meyer das Amt nicht antreten. Offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Die Stadtverwaltung habe den Antrag geprüft und festgestellt, dass ihm nichts entgegenstehe, erklärte Meyer. Man könne ihn also aus dem Amt entlassen.