Den gekonnten Auftakt des Konzerts machten die jüngsten Nachwuchsmusiker. Im voll besetzten Bürgerhaus von Killer zeigten die dritte und die vierte Bläserklasse der Grundschule Hausen unter der Leitung von Markus Best, was sie gelernt hatten. Waren die Kids sicherlich vor dem großen Auftritt noch leicht nervös, so strahlte die Jugendkapelle Oberes Killertal unter der Leitung von Simon Riehle schon eine souveräne Ruhe aus.

Zu Beginn spielte sie die „Easy Pop Suite“, ein unterhaltsame Werk in drei Sätzen in den Musikstilen Rock, Reggae und Disco. Dabei bewies das Ensemble rhythmische und melodische Sicherheit. Es folgten „The Adventure Begins“ und „A Very Respectable Hobbit“, ehe es mit „Axe and Sword“ etwas lauter wurde. „Erebor“ markierte dann den gekonnten Schluss. Schluss? Die geforderte Zugabe wurde mit „Final Countdown“ erfüllt.

Seeschlacht auf der Bühne

Nach einer Pause nahm die Orchestergemeinschaft Killer/Starzeln unter der Leitung von Kim Ehler auf der Bühne Platz. Christine Heinl kündigte „The Legend of Maracaibo“ an, ein Stück von José Alberto Pina, das eine Seeschlacht zwischen englisch-niederländischen und spanisch-französischen Schiffen um einen legendären Schatz beschreibt. Furios!

Weiter ging es mit dem kraftvollen „I am“ von Andrew Boysen jr., das die Zuhörer durch den nebligen Morgen hin zum Tod führte. Keinesfalls aber nahmen die Konzertbesucher Trauermusik wahr, stattdessen eine klangvolle Feier und Bestätigung des Lebens.

Mit „Windspiele“ von Hans-Jürgen Pöss, „Farmer’s Tuba“ von Martin Scharnagl und einer „80er Kult(tour)“ ging es dem Ende entgegen. In das letztgenannte Stück sind fünf Hits aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle eingearbeitet, da war der Wiedererkennungswert natürlich groß, das machte Spaß!

Als Zugabe, spielte die Orchestergemeinschaft als erster Verein des Killertals die „Killertal-Polka“ vor Publikum. Das Publikum durfte einer Premiere, im Grunde einer echten Weltpremiere, beiwohnen.

Das Stück wurde den Killertal-Vereinen vom Komponisten und Texter Peter Barth aus Jungingen kostenlos für Aufführungen zur Verfügung gestellt. Arrangiert hat das heimatverbundene Werk Adalbert Deuringer aus Herrenberg. Mit dieser beschwingten Polka ging ein herrlicher unterhaltsamer Konzertabend auf hohem Niveau zu Ende.

Die Killertal-Polka dürfte in kommenden Jahren noch öfters erklingen. Ob sie einstens zu einer regionalen Hymne wird? Auf jeden Fall können die Starzelmer und Killermer Musiker stolz sagen, sie als erste zu Gehör gebracht zu haben.

Hohe Ehrungen für langjährige Mitglieder


Silber Christine Heinl begann ihre musikalische Laufbahn 1996 in Starzeln. Sie spielt Alt-Tenor und Baritonsaxofon, wechselte mittlerweile zur Klarinette. Weiter moderiert sie Konzerte, führt Registerproben im Holzregister durch, unterstützt den Notenwart und ist tatkräftige Helferin bei allen Festen. Ihr wurde im Rahmen des Frühjahrskonzertes das Ehrenzeichen in Silber verliehen.

Diamant Martin Fitzke gehört dem Musikverein Killer mit seiner Trompete seit 1980 an. Fitzke war auch Notenwart und Beisitzer und ist seit 1999 Kassierer. Ihm wurde die Förderermedaille in Gold mit Diamant nebst Urkunde und Weinpräsent verliehen.

70 Jahre Edwin Buckenmaier trat dem Musikverein Killer 1959 bei. Als Beisitzer, dann Vorsitzender und später als Dirigent war er maßgeblich an vielen Erfolgen beteiligt. 1979 wurde er zum Ehrenmusiker ernannt. Für seine 70-jährige Mitgliedschaft überreichte man ihm das Ehrenzeichen in Gold mit der Zahl 70, Urkunde und Weinpräsent.