Melchingen Sammelleidenschaft gilt den Grammophonen

Melchingen / Adelbert Barth 15.08.2018
Der Melchinger Peter Griesinger sammelt seit über einem Vierteljahrhundert Grammophone.

Seit über 25 Jahren sammelt Peter Griesinger Grammophone, Phonographen und Röhrenradios. „Meine Leidenschaft für diese Geräte“, sagt der 55-jährige Informationselektriker aus Melchingen, „ist vielleicht auch berufsbedingt“. Es sei einfach spannend, alte und kaputte Geräte wieder zum Laufen zu bringen.

Als ihn die Sammelleidenschaft erfasste, besuchte Peter Griesinger alle Flohmärkte in der Region, sie erwiesen sich zu dieser Zeit als wahre Fundgruben. Doch heute, erklärt Griesinger, seien die Märkte leergefegt oder „es gibt nur Ramsch“. Wenn man Glück habe, finde man bei einer Haushaltsauflösung noch ein gutes Stück, ansonsten bleibe der  Austausch mit anderen Sammeln – oder auch der Aufkauf ganzer Sammlungen.

Letzteres wird bei dem Melchinger schwierig, denn sein ganzes Haus steht voll mit seinen Geräten. Über 280 verschiedene Grammophone, Phonographen, Detektoren, Röhrenradios haben sich im Laufe der Jahre angesammelt. Fast alle sind funktionstüchtig, „nur bei dreien fehlen mir die Ersatzteile, aber es ist sehr schwer, diese zu bekommen“.

Es gebe zwar einige Sammlerbörsen, aber die seien weit entfernt, zum Beispiel in Rüdesheim am Rhein. Dennoch: „Wenn man Glück hat, findet man das ein oder andere Teil auch im Internet“, sagt Peter Griesinger fast ein bisschen traurig. Alle seine Geräte stammen aus den Jahren von 1890 bis 1945, dazu kommen noch rund 1000 Schellack-Platten, über 500 Nadeldosen und sonstiges Zubehör. Hauptsächlich klassische Musik und Marschmusik  sind darauf zu hören. „Je nach Lust und Laune lege ich mir die ein oder andere Platte auf, dann kann es durchaus auch mal vorkommen, dass ich mit meiner Frau einen Tango aufs Parkett lege.“ Nur eine Platte von Enrico Caruso, mit dessen Liedern die Schellack-Platte ihren Siegeszug erlebte, fehlt ihm in seiner Sammlung. „Aber irgendwann“, da ist sich Griesinger sicher, „finde ich eine“.

Im Moment legt Griesinger seinen Fokus mehr auf Kindergrammophone. „Eigentlich ist es schade, wenn man seine Schätzchen immer nur im Keller versteckt und nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen kann“, klagt der Melchinger. Zwar gab es in der letzten Zeit einige kleinere Ausstellungen, doch diese sind immer mit einem immensen Aufwand verbunden. Aus diesem Grund denkt Peter Griesinger an eine Dauer- oder Wanderausstellung, bei der auch andere Sammler ihre Schätze zeigen können. Er wäre auch bereit, ein Interessengemeinschaft zu gründen, um dieses Ziel zu erreichen. „Eventuell besteht ja auch die Möglichkeit, dass die Kommune einen Raum zur Verfügung stellt.“ Daran will der Sammler die nächste Zeit arbeiten.

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