Killer Eine Peitsche für die EM

Der verwirrende Tanz der Spindeln um die Peitsche herum fasziniert kleine und große Besucher gleichermaßen. Am Sonntag wird die Flechtmaschine des Deutschen Peitschenmuseums im Killermer Bahnhof frisch bestückt.
Der verwirrende Tanz der Spindeln um die Peitsche herum fasziniert kleine und große Besucher gleichermaßen. Am Sonntag wird die Flechtmaschine des Deutschen Peitschenmuseums im Killermer Bahnhof frisch bestückt. © Foto: Privatfoto
Killer / HZ 03.08.2018

Das Deutsche Peitschenmuseum im Killermer Bahnhof öffnet am Sonntag um 10.30 Uhr wieder seine Pforten für Besucher aus nah und fern. Zum 25-jährigen Bestehen des Museums – es wurde 1993 eingeweiht – entstand die Idee einer Fußball-WM-Peitsche. Trotz des vorzeitigen und schmählichen Ausscheidens der deutschen Nationalelf wurde sie weiter verfolgt. Schließlich kommt die nächste Fußballmeisterschaft ja bestimmt!

Deshalb wird am kommenden Sonntag die über 150 Jahre alte Flechtmaschine der Peitschenwerkstatt im Museumsbahnhof im Mittelpunkt stehen. In den Glanzzeiten der Peitschenmacherei wurde zum Umflechten der Peitschen fast ausschließlich weißes Garn verwendet. Doch können auch bunte Garne zum Einsatz kommen. Das Umwickeln des Garns auf Spezialspulen, und das Einbringen der Fäden in insgesamt 32 Spindeln, ist sehr aufwändig. Normalerweise bleibt es den Musueumsbesuchern verborgen. Am Sonntag können die Besucher hingegen zusehen, wie Museumsleiter Oliver Simmendinger und sein Sohn Benjamin die Maschine bestücken.

Bis zur Fertigstellung der Peitsche in den Deutschlandfarben schwarz-rot-gold sind noch etliche Schritte zu tun. Ob die Sonderpeitsche am Sonntag komplett fertig wird oder erst an einem kommenden Öffnungstag, steht noch nicht fest. Die Besucher dürfen sich aber darauf verlassen, dass ihnen – in dem Fall an anderen Exemplaren und Werkstücken – alle Arbeitsschritte erläutert und gezeigt werden.

Neben der Vorführung in der Werkstatt, besteht die Möglichkeit, im Museums-Café einzukehren. Und vor dem Museum werden Erika und Zoltan Farkas ihre bis zu fünf Meter langen Peitschen knallen lassen.

Info Mehr Auskünfte über das Peitschenmuseum erhält man im Internet unter www.peitschenmuseum.de.

Fast verlorenes Wissen um eine altes Handwerk

Vereinsziel Der Heimatverein Killer, Träger des Deutschen Peitschenmuseums, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das ausgestorbene Handwerk des Peitschenmachens für die Nachwelt zu erhalten. Längst wissen viele Menschen nicht mehr, wie wichtig die Peitsche vor der Motorisierung für die Bevölkerung war – sowohl für diejenigen, die sie benötigten, um ihre Tiere damit anzutreiben, wie auch für diejenigen, die ihr täglich Brot mit der Herstellung von Peitschen verdienten. Killer war einst das Zentrum der Peitschenmacherei in Deutschland, nirgendwo wurden so viele Geißeln angefertigt wie hier.

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