Burladingen Ein Weihnachtskonzert mit Pfiff

Bunte Tücher, buntes Programm: Der Burladinger Chor "inSpirit" wartete mit einem stimmungsvollen nachweihnachtlichen Konzertabend auf.
Bunte Tücher, buntes Programm: Der Burladinger Chor "inSpirit" wartete mit einem stimmungsvollen nachweihnachtlichen Konzertabend auf. © Foto: Tanja Marquardt
Burladingen / TANJA MARQUARDT 29.12.2014
Gesungen, gepfiffen, geschnippt, geklatscht, gelesen: Bei seinem Weihnachtskonzert in der gut gefüllten Versöhnungskirche präsentierte sich der Chor "inSpirit" äußerst vielseitig.

Ein bisschen abgefahren sei das nächste Lied, "Ein Kompliment" von den Sportfreunden Stiller, weswegen man es erst als Zugabe singe, kündigte Chorleiter Anton Roggenstein das Finale des Konzerts am Samstagabend an. Aber schließlich hört ja jeder gerne Komplimente, und das Publikum in der evangelischen Versöhnungskirche gab nach dem Konzert von "inSpirit" alle Komplimente gerne zurück.

Der gut einstündige Auftritt des Burladinger Chors hat den knapp 100 Zuhörern ausnehmend gut gefallen. Die 30 Sängerinnen und Sänger des Gospelchors hatten zuvor mit ruhigen, besinnlichen Stücken wie "Peace shall be with you" oder "Ich fühl wie du" das Publikum für sich eingenommen oder es mit fetzigeren Titel begeistert. Wie etwa bei "Magic Moments", zu dem die Sängerinnen und Sänger vergnügt und gekonnt pfiffen.

Bei "Das Licht kommt in die Welt" haben die Zuschauer mitgeklatscht. Den Klassiker für Gospelchöre, "I will follow him", bekannt geworden durch "Sister Act", haben auch die Burladinger gut drauf, wie am Samstag eindrucksvoll zu hören war. Unter dem großen Herrnhuter Stern in der Versöhnugskirche sang der Chor vielstimmig vom Stern "Zu Bethlehem überm Stall" und "Christmas Star".

Nicht ganz ohne Selbstironie ob des stark beanspruchten Wortes "Tradition" hatte Reinhard Will die Besucher zum "traditionellen" Weihnachtskonzert begrüßt, fand der Abend doch schon zum dritten Mal statt. Mit einem Text über das Schenken von Joachim Ringelnatz, in dem es heißt: "Schenke dabei, was in Dir wohnt, sei eingedenk, dass Dein Geschenk Du selber bist" wurde das Publikum eingestimmt. In diesem Sinne, so Will, sei das Konzert ein Geschenk an die zahlreichen Zuhörer: "Wir präsentieren einen gefüllten Geschenkekarton." Und dieses Geschenk enthielt in diesem Jahr neben der Musik auch besinnliche und humorvolle Lyrik. Ein Text darüber, weswegen eine weiße Weihnacht nicht nötig ist, wurde von Ursula Vergari gelesen. "Noch einmal ein Weihnachtsfest" von Theodor Fontane und ein Gedicht vom jüngst verstorbenen Schweizer Urs Widmer setzten Zäsuren zwischen den Musikstücken.

Doch auch in diesem Jahr konnten wieder Solistinnen des Chors glänzen. Die Zwillingsschwestern Anna und Lea Vergari, die, so Will, den Erfolg der Nachwuchsarbeit verkörpern, kennt man in Burladingen von verschiedenen Auftritten, und auch beim Weihnachtskonzert haben die beiden wieder geglänzt. Rebecca Stenzink begeisterte zusammen mit Brigitte Schneider beim "Halleluja". "Bis zum nächsten Weihnachtskonzert" verabschiedete sich Reinhard Will, und das lässt hoffen, dass sich dieses Konzert tatsächlich zu einer echten Tradition entwickelt. Das würde nicht nur das Publikum freuen, sondern auch die Organisationen, denen der Chor die Spenden zukommen lässt. In diesem Jahr werde mit dem Spendenerlös ein Flüchtlingsprokjekt unterstützt, sagte Will, bevor er die Zuhörer in eine weiße Nacht entließ.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel