Melchingen Ein südamerikanischer Hörgenuss

Schon das Bild, das die beiden Chöre in der Stephanuskirche boten, war eindrucksvoll. Genauso gestaltete sich dann auch der Gesang – eindrucksvoll und farbenreich.
Schon das Bild, das die beiden Chöre in der Stephanuskirche boten, war eindrucksvoll. Genauso gestaltete sich dann auch der Gesang – eindrucksvoll und farbenreich. © Foto: Adelbert Barth
Melchingen / Adelbert Barth 06.07.2018

Einen besonderen Hörgenuss gab es in der Melchinger St.-Stephanus-Kirche. Der Projektchor des örtlichen Liederkranzes „Rachengold“ und der Chor „Chorazon“ aus Reutlingen sangen gemeinsam die „Missa Brasileira“ von Jean Kleeb sowie weitere Lieder aus Südamerika. Mit den teils farbig-rhythmischen, teils melancholischen Weisen entführten sie die vielen Zuhörer in exotische Klangwelten.

Stimmgewaltig wurde das Konzert auf der Empore mit drei indianischen Liedern, welche Sonne, Mond und Sterne besangen, eröffnet. Zum Einzug in den Chorraum der Kirche erklangen vier weitere Lieder in portugiesischer Sprache. Es ging darin um das Leid der Sklaven, deren Glieder an den Ketten brennen.

Der Reutlinger Dirigent Detlev Matthias Schulz begrüßte dann die vielen Zuhörer und bedankte sich für die offene Aufnahme in dem Albdorf.

Die brasilianische Musik, erklärte er, werde von europäischen, nordamerikanischen und den Einflüssen der Sklaven geprägt, sie sei reichhaltig und spannend – wovon das Publikum ja bereits einen Eindruck erhalten hatte.

So gestaltete sich dann auch das weitere Konzert. Allein der grandiose Anblick, als sich die beiden Chöre im Halbrund des Chorraumes aufgestellt hatten, verursachte bereits Gänsehaut. Der Gesang war abwechslungsreich, kurzweilig und absolut stimmsicher. Auf diese Weise wurde die „Missa Brasileira“ zu einem Hörgenuss auch für die Ohren, die das Werk noch nie gehört hatten.

Begleitet wurden die Chöre bei den einzelnen Sätzen am Klavier von Stephan Emele, am Kontrabass von Dario Fritz, am Violoncello von Klara Fuhr und an der Percussion von Oskar Buck und David Rapp.

Beim Laudamus Te, Qui Tollis, Credo und Benedictus sang sich Sopranistin Deborah Döller mit ihrem Solo in die Herzen der Zuhörer und sorgte für tiefe Andacht und Ergriffenheit in den Gemütern.

Am Ende des Programmes gab es für die Akteure langanhaltenden, nicht aufhören wollenden Beifall. Dirigent Detlev Matthias Schulz kam nicht umhin, nochmals zwei der Lieder erklingen zu lassen. Dieses Konzert wird lange in Erinnerung bleiben.

Höhepunkt des bisherigen Schaffens

Stationen Der Komponist Jean Kleeb wurde in Santo André, Brasilien, geboren. Er besuchte die Musikschule für Jazz und populäre Musik in São Caetano, studierte außerdem in São Paulo Schulmusik und danach Komposition und Chorleitung. 1991 kam er nach Deutschland, wo er seine Tätigkeit als Komponist, Pianist, Arrangeur, Chor- und Orchesterleiter, Sänger und Musiklehrer fortsetzte. Die Missa Brasileira stellt einen Höhepunkt seines bisherigen Schaffens dar. Mehr Informationen über das Werk unter www.missabrasileira.de.

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