Wieder einmal Veränderungen im Burladinger Wirtschafts- und Kneipenleben: „Dianas Hendl-Alb“ hatte in jüngerer Vergangenheit nur noch an den Wochenenden geöffnet, jetzt bleibt die Gaststätte mit ihrem Saal und ihrer Terrasse für den Tages-Publikumsverkehr ganz geschlossen. Gesellschaften und Gruppen jeder Größe, Brautpaare, Geburtstagskinder, Jahrgänger, können die „Hendl-Alb“ ab Januar aber weiterhin mieten.

„Ich gebe den Betrieb nicht auf“, möchte Wirtin Diana Dehner klargestellt wissen. Und es sei auch nicht so, dass sie „keinen Bock“ mehr habe, frustriert sei oder in Schulden ertrinke – wie man sich das scheint’s mancherorts erzähle. Warum aber zieht sie sich dann aus dem Tagesgeschäft zurück?

Antwort: Diana Dehner wird Mama, ein kleines Bäuchlein ist schon sichtbar. Sie habe sich entscheiden müssen, sagt die 42-Jährige und die Entscheidung sei ohne zu Zögern für das Baby ausgefallen. „Ich möchte nicht, dass mein Kind in einer Wirtschaft aufwächst“, erklärt sie. Dabei geht es ihr nicht um das Publikum oder um das Milieu, sondern darum, dass sie als Mutter zu sehr eingeschränkt sein könnte. Sie manage die „Hendl-Alb“ größtenteils allein. „Was ist, wenn das Kind einmal krank sein sollte? Oder ich?“, habe sie sich gefragt. Nein, die Belastung sei zu groß.

Die gelernte Diplom-Betriebswirtin hat inzwischen eine Stelle bei einer örtlichen Versicherungsagentur angenommen und sie möchte dem Job nach der Geburt treu bleiben. Was in fernerer Zeit sein wird, ob sie ihre Wirtinnen-Tätigkeit wieder aufnimmt, stehe in den Sternen, das werde sich zeigen. Außerdem könnte die „Hendl-Alb“ bis dahin verkauft sein, gibt Diana Dehner zu bedenken. Gelände und Gebäude gehören ihren Eltern und die wollen das Anwesen bekanntlich veräußern (die HZ berichtete).

Die Frage, ob auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle bei ihrem Rückzug spielten, verneint die 42-Jährige. Das Restaurant sei zuletzt gut gelaufen, sie habe sich eine treue Stammkundschaft aufgebaut und einen Teil ihrer Schulden (die sie seinerzeit in Frank Rosins Sendung „Rosins Restaurants“ einem Millionenpublikum offenbarte) abgebaut. Dann war die Zusammenarbeit mit dem Sender Kabel Eins also ein Erfolg?

Einenteils ja, andernteils nein, sagt die Burladingerin rückblickend. Die Reportage hätten zahlreiche Menschen von auswärts angelockt und viele dieser Gäste seien ihr bis zuletzt treu geblieben. „Aber viele Leute haben damals nicht gesehen, dass ich Hilfe brauche und die Sache deshalb mache, die haben sich gesagt: ,Wenn die Dehner auf den Rosin angewiesen ist, dann wird ihr Laden entsprechend sein, dann kann man da nicht hingehen’“ – glaubt sie heute.

Der Zukunft schaut die Burladingerin optimistisch entgegen. Schon jetzt habe sie zahlreiche Buchungen für die „Hendl-Alb“ vorliegen. Man kann die Gaststätte mit einem Koch, ihr als Wirtin und zwei Bedienungen aus dem vormaligen Stammpersonal mieten, man kann aber auch einen Caterer bestellen und selber bewirten.

Vom Charme und der Anziehungskraft ihres Restaurants ist Diana Dehner felsenfest überzeugt. Es verfügt über genug Platz, Fernseher, Leinwand und Beamer sind vorhanden, ein kleiner Kinderspielplatz ist auch da. Und nicht zu vergessen, die Terrasse – der, wie die werdende Mutter sagt, sie im Sommer einen guten Teil ihres Umsatzes zu verdanken hatte. Also der ideale Ort, um ein Fest zu feiern oder um eine Tagung abzuhalten.

Bleibt die Frage, was sie mit ihren beiden Hunden macht, mit „Herrn Braun“, einem Rhodesia Ridgeback, und Aimie, einem Labrador-Mädchen. Diana Dehner blickt erstaunt. Was sie mit ihnen machen wird? Füttern! Spazieren gehen! Was sonst? Ach so, jetzt versteht sie die Frage. Natürlich behält sie die beiden, wenn der Nachwuchs da ist. Das Kleine braucht ja Beschützer und Spielkameraden. Wer wäre da besser geeignet als die beiden.

Info Wer die „Hendl-Alb“ mieten möchte, kann sich mit Diana Dehner in Verbindung setzen. Telefon 07475/6501 oder  015208912526.

Vom „Kleineschle“ übers Fernsehen zur „Hendl-Alb“

Rückblick Im Jahr 2003 eröffneten Jutta und Karl Dehner das „Kleineschle“ im gleichnamigen Burladinger Gewerbegebiet. 2011 übernahm Tochter Diana das Geschäft. Im Frühjahr 2016 modelte der Fernsehkoch Frank Rosin die lahmende Gaststätte um. Aus dem „Kleineschle“ wurde „Dianas Hendl-Alb“. Die Reportage im Sender Kabel Eins fand deutschlandweit Beachtung und Widerhall. Diana Dehner wurde zur Fernsehberühmtheit, sogar Heiratsanträge erhielt die Wirtin daraufhin. Der Werbeeffekt sei groß, der Geschäftsverlauf seither gut gewesen. Der Entschluss, die „Hendl-Alb“ nur noch auf Anfrage zu vermieten, fiel mit ihrer Schwangerschaft. Der Versuch, das Restaurant ausschließlich an Wochenenden zu betreiben, habe sich als nicht erfolgreich erwiesen. Der Aufwand, Personalkosten und Vorratshaltung stehe nicht im Verhältnis zum Ertrag. Künftig kann man die „Hendl-Alb“ für Feste und Feiern mieten.