Unternehmenskultur Wirtschaftsrat des Landes bei Trigema zu Gast

Matthias Badura 11.05.2017

Mitglieder des Landes-Wirtschaftsrates der CDU besichtigten am Mittwoch den Betrieb des „bekanntesten mittelständischen Unternehmers in Deutschland“ – die Firma Trigema Burladingen. 60 Betriebseigner, Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Wirtschaftsfachleute, die dem Verband angehören, waren mitgereist, um sich ein Bild von dem Textilunternehmen zu machen. Wohl aber auch, um dessen profilierten Inhaber und Geschäftsführer, Wolfgang Grupp, kennenzulernen. An der Spitze der Besucher mit Wirtschaftsvertretern aus Stockach, Sindelfingen, aber auch aus Frankfurt oder München, stand Viola Mahrenbach, die Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates.

Die Betriebsführung übernahmen zwei Trigema-Mitarbeiter, da Wolfgang Grupp und Familie aufgrund einer Trauerfeier verhindert waren. Umso mehr Zeit nahmen sich die zurückgekehrten Grupps anschließend, um Fragen ihrer Gäste zu beantworten.

In seinem Referat wiederholte Wolfgang Grupp seine Firmenphilosophie, sein Credo, das ihn bekannt gemacht hat, das er – Charakter eines Credos – schon oft und immer wieder vorgetragen hat, das aber immer wieder geeignet ist Zuhörer mitzureißen. Er prangerte „Gier und Größenwahn“ modernen Unternehmertums an und forderte die Rückkehr zu hergebrachten Werten der Wirtschaftswunderzeit: Verantwortung, Maß und Zuverlässigkeit. Profit, war er überzeugt, werde jedem Unternehmer gegönnt, wenn der auch das Wohl und die dauerhafte Beschäftigung seiner Firmenangehörigen im Auge habe – und bereit sei, das Risiko seines Handelns selbst zu tragen. In dem Fall sei auch Scheitern erlaubt. Profite einstreichen und die Kosten dem Steuerzahler zu überlassen – das geht für Grupp gar nicht.

Der Redner bebilderte seine Thesen und Überzeugungen mit sehr persönlichen Erzählungen aus seiner eigenen Firmen- und Familiengeschichte. Und sparte auch nicht mit dem einen oder anderen harschen Ausdruck. Was den Zuhörern sichtlich gefiel und sie beeindruckte.

Masse zu produzieren, beschwor Grupp sein Publikum, sei sinnlos. Das könne man in Billiglohnländern besser. Für die deutsche Wirtschaft müsse es darum gehen, innovative, technisch hochwertige und immer bessere Produkte anzubieten.

Nachfragen betrafen anschließend den Wirtschaftsstandort Burladingen – den Grupp für hervorragend hält, weil es dort zum Beispiel keine Verkehrsstaus gibt. Oder seine umweltfreundliche Produktion. Bis auf das zugelieferte (zertifizierte) Garn wird alles selber und möglichst umweltschonend produziert – und vertrieben.

Das Schlusswort kam aus dem Mund eines Versammlungsteilnehmers: Die Firma Trigema, meinte Hans Reichenecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Storopack Reichenecker GmbH Metzingen, sei ein „außergewöhnlicher Betrieb“ und Wolfgang Grupp ein außergewöhnlicher Unternehmer“. Übereinstimmender Applaus!

Was ist der CDU-Wirtschaftsrat?

Organisation/Aufgaben Der CDU-Wirtschaftsrat ist ein bundesweit organisierter Unternehmerverband mit derzeit rund 11 000 Mitgliedern, gegründet 1969. Er bietet seinen Angehörigen „eine Plattform zur Mitgestaltung der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“. Als seine Aufgabe sieht es der Wirtschaftsrat an, im Vorfeld politisch-wirtschaftlicher Entscheidungen „seinen Rat in die Arbeit der Parlamente und Regierungen einzubringen“. Der Wirtschaftsrat von Baden-Württemberg zählt mit rund 500 Mitgliedern als der größter Unternehmerverband des Landes. Nach eigenem Verständnis fungiert er „als Scharnier zwischen den politischen Ebenen, der Wirtschaft, der Wissenschaft sowie der Zivilgesellschaft.“