Burladingen/Gammertingen / Matthias Badura  Uhr
Der vormalige Unternehmer hat die Burladinger Industriegeschichte, aber auch die Entwicklung der Stadt maßgeblich geprägt.

Diese Woche erreichte die HZ die Nachricht vom Tode Karl Oberwemmers. Den älteren Burladingern braucht man nicht zu erklären, wer Karl Oberwemmer war, nämlich Textilunternehmer und Geschäftsführer der Firma Ambrosius Heim, des größten Betriebes und Arbeitgebers der Stadt. Daneben war er in stürmisch-politischen Reformjahren Kreisrat, Gemeinderat, Stellvertretender Burladinger Bürgermeister und von jeher ein Förderer des Kultur- und Vereinslebens seiner Heimatgemeinde. Etliche kommunale Projekte und Großvorhaben hat er maßgeblich mit vorangetrieben und mit Spenden vielfach auch Vereine in den Stadtteilen unterstützt.

Würdigung der Verdienste

1970 wurde dem gebürtigen Westfalen das Bundesverdienstkreuz verliehen, 1995 erhielt er die Staufermedaille, die höchste Auszeichnung, die der baden-württembergische Ministerpräsident verleihen kann.

Die Firma, die Karl Oberwemmer leitete, wurde 1896 von Ambrosius Heim als Strickereibetrieb gegründet und neun Jahre später auf Trickotagen umgestellt. Nach dem Tod des Firmengründers führte sie sein Sohn Edmund Heim weiter, der 1970 verstarb.

Dessen Schwiegersohn Karl Oberwemmer, geboren am 22. März 1930, war schon Mitte der 1950er-Jahre in die Geschäftsleitung eingetreten und übernahm sie schließlich ganz.

Zur Blütezeit 1200 Mitarbeiter

In der Blütezeit beschäftigte der Betrieb 1200 Mitarbeiter und erzielte einen Jahresumsatz von 140 Millionen Mark.

Dem allgemeinen Niedergang der Textilindustrie im Zollernalbkreis fiel jedoch auch die Ambrosius-Heim-Firmengruppe im Jahr 2000 zum Opfer.

Karl Oberwemmer lebte die vergangenen Jahrzehnte eher zurückgezogen in Gammertingen. Am 10. August ist er nun gestorben. Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Mittwoch, 21. August, in der Kirche St. Leodogar in Gammertingen statt.