Stetten u. H./Hörschwag Die Walzmühle als Museum?

Klara Walz feiert heute im Altenheim St. Georg ihren 88. Geburtstag.
Klara Walz feiert heute im Altenheim St. Georg ihren 88. Geburtstag.
Stetten u. H./Hörschwag / SWP 05.04.2012
Wird die Walzmühle an der Lauchert zum Museum ausgebaut? Im Gespräch ist die Gründung eines Fördervereins. In Erfüllung ginge damit ein Wunsch der Besitzerin Klara Walz, die heute 88. Geburtstag feiert.

Am heutigen 5. April begeht die bekannte Walzmühlen-Besitzerin Klara Walz im Burladinger Pflegeheim St. Georg ihren 88. Geburtstag. Und wenn man sie fragt, was sie sich wünscht, ist die Antwort eindeutig: dass die alte Sägemühle an der Lauchert zwischen Stetten und Hörschwag der Nachwelt erhalten bleiben soll.

Diesen Wunsch hat auch der Regisseur der sehr bekannten Fernsehdokumentation "Der Herrgott weiß, was mit uns geschieht" dieser Tage gegenüber dem Betreuer von Klara Walz, Friedemann Mutschler, geäußert. Mutschler, der sich um die Belange von Klara Walz kümmert, sagt: "Wo ich hinhöre, wird der Wunsch geäußert, das Areal der Walzmühle mit Mühle und Sägewerk für museale Zwecke zu erhalten."

Da Mutschler die Belange der Betreuten zu vertreten hat, hat er in der jüngeren Vergangenheit mit den beiden Ortsvorstehern von Stetten und Hörschwag Kontakt aufgenommen. Christian Heinzelmann und Hans Locher sowie auch deren Ortschaftsräte sind nach einer ersten Beratung eindeutig für den Erhalt dieses Kulturdenkmals. Dieselbe Meinung vertritt auch der Vorstand des Musikvereins Stetten-Hörschwag, der sich schon oft um die Walzmühle gekümmert hat und regelmäßig das Sägefest ausrichten. Auch die nächste Auflage des beliebten Ereignisses am Wochenende 16./17. Juni soll wieder traditionell auf dem Mühlengelände stattfinden.

Alle bisher an den Gesprächen Beteiligten überlegen sich sehr ernsthaft, ob man einen Förderverein zum Erhalt der Walzmühle gründen soll. Man erhofft sich dabei, dass viele Bürger aus der Raumschaft Burladingen und auch weit darüber hinaus sich für das Projekt der Erhaltung dieses bekannten Gebäudes interessieren und einsetzen. Einig sind sich die bisher Beteiligten auch darin, dass das Vorhaben nur über ein breites bürgerschaftliches Engagement und mit noch zu suchenden Sponsoren zu realisieren ist.

Gilt es doch, nicht nur die alte Wohnkultur sondern auch eine von Wasserkraft angetriebene Mühle und ein Sägewerk zu erhalten, damit auch die kommenden Generationen noch an der einstigen Lebensweise teilhaben können. "Die Handwerkskunst des Mahlens und Sägens muss jetzt weitergegeben werden, solange noch Männer da sind, die das weitergeben können", meinen die beiden Ortsvorsteher. Bürgermeister Harry Ebert hat in einem dieser Tage anberaumten Gespräch den Ortsvorstehern Heinzelmann und Locher sowie Friedemann Mutschler versichert, dass er dieses Vorhaben unterstützen werde, wenn eine solide Lösung gefunden werde.

Nach diesem positiven Zeichen der Stadtverwaltung wollen die bisher Verantwortlichen auf alle Vereine von Stetten und Hörschwag zugehen und für das Projekt werben und es auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Eine weitere Überlegung gilt auch einer späteren Anbindung der Walzmühle an den stark frequentierten Themenwanderweg "Rund ums Lauchertwasser", der parallel zur Walzmühle verläuft. Ob das Vorhaben letztlich zu stemmen ist, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Kosten für eine museale Restaurierung anfallen. Dies soll eine Kostenschätzung zeigen, die Friedemann Mutschler in Auftrag geben will, wenn aus dem Vereinstreffen wiederum positive Signale kommen sollten.

Info Am morgigen Karfreitag,

6. April, wird der inzwischen

Kult gewordene Dokumentarfilm über Klara und Marie Walz, "Der Herrgott weiß, was mit uns geschieht - Die Schwestern von der

Albmühle", von Rudolf Werner in der Zeit von 13.15 bis 14.30 Uhr auf 3sat zum 31. Mal wiederholt.

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