Burladingen Wiederaufbau des Kindergartens läuft

Burladingen / Mattthias Badura 13.07.2018
Der Wiederaufbau des abgebrannten Burladinger Kindergartens St. Fidelis hat begonnen.

Ein Bagger und ein Kleinbagger rollten und ratterten schon vorige Woche über das Gelände unterhalb der Fideliskirche, haben dort kommende Arbeiten vorbereitet. Man sieht und hört: Es geht was vorwärts am abgebrannten Kindergarten in der Burladinger Fidelisstraße. Endlich, hat ja lange genug gedauert – sagen die Eltern, deren Mädchen und Jungen momentan notgedrungen auf drei Tagesstätten verteilt sind: Zum einen auf die Waldbärengruppe in Hermannsdorf, zweitens auf die Kleinkindergruppe, die man nach der Brandnacht eilends im Burladinger Pfarrzentrum eingerichtet hat, drittens auf den Gauselfinger Kindergarten „Rasselbande“, der ursprünglich schon stillgelegt war.

Endlich, sagen die Eltern; endlich sagen aber auch Kindergartenleiterin Silvia Wilhelm und ihre Kolleginnen. Die Kinder, meint die Leiterin, hätten sich schnell an die neue Umgebung gewöhnt, nicht aber sie und ihre Mitarbeiterinnen. Die Dreiteilung belaste den Betrieb ganz erheblich, alles sei umständlich, alles dauere länger. Und irgendwie habe man die dramatische Vertreibung aus dem eigenen Nest, dem kleinen Paradies, bis heute nicht verwunden. Es blieb quasi keine Zeit zur Trauerarbeit, schon zwei hektische Wochen nach der Katastrophe wurde der offizielle Betrieb wieder aufgenommen.

Der so sehnlichst erwartete Startschuss zum Wiederaufbau hätte schon im April fallen sollen, doch musste zunächst die Brandruine „zurückgebaut“ werden, und dann war man gezwungen, lange zu warten, bis die zahlreichen Gutachten Brandschutzprüfungen bearbeitet waren. Anschließend erst hieß es Baufreigabe, sagt Martin Briem, Leiter der Hechinger Verrechnungsstelle der katholischen Kirchengemeinden.

Der Abschluss der auf ein Jahr veranschlagten Arbeiten werde sich entsprechend verschieben, fügt Birgit Kohn-Beck vom Gammertinger Architekturbüro Beck hinzu. Zum Beginn des Kindergartenjahres 2018/19 werde die wieder errichtete und um eine fünfte Gruppe erweiterte Tagesstätte jedoch auf jeden Fall komplett einzugsfertig sein. Sicher sogar schon vorher, aber der Einzug kurz vor Ende des alten Kindergartenjahres lohne sich ja wohl nicht mehr.

Rückblende: Am frühen Morgen des 10. März 2017 stand der Kindergarten St. Fidelis lichterloh in Flammen, angesteckt von einem Einbrecher, der, wie er später vor Gericht sagte, nicht im Sinn hatte, ein Feuer zu legen. Unbeabsichtigt habe er mit seinem Feuerzeug einen papiernen Gegenstand gestreift. Und sei dann, als die Flammen loderten, in Panik davongelaufen (die HZ berichtete).

Versicherung übernimmt den größten Teil

Wiederaufbau Für die Wiedererrichtung des zerstörten Kindergartens sind 996 800 Euro veranschlagt. Die Kosten übernimmt zum allergrößten Teil die Brandversicherung.

Neuer Teil Der Bau einer neu hinzukommenden 5. Gruppe ist mit 468 800 Euro kalkuliert. Das Land unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von 215 000 Euro.

Kostensplitting Grundsätzlich trägt die Stadt 80 Prozent der Bau- und in ähnlicher Höhe auch die Betriebskosten der katholischen Kindergärten in Burladingen. Hier ist allerdings zu bedenken, dass die Kirche mit Bau und Betrieb der Tagesstätten der Stadt eine Pflichtaufgabe abnimmt, die diese sonst zu 100 Prozent selbst leisten müsste.

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