Burladingen Die Herzen berührt

Zum "fünften Advent" sangen die Jungen Tenöre, die vom Trompeter Kevin Pabst begleitet wurden, in der St. Fideliskirche nicht nur Weihnachtslieder.
Zum "fünften Advent" sangen die Jungen Tenöre, die vom Trompeter Kevin Pabst begleitet wurden, in der St. Fideliskirche nicht nur Weihnachtslieder. © Foto: Tanja Marquardt
Burladingen / TANJA MARQUARDT 30.12.2014
Späte Weihnachtslieder, geschönte Opernarien, Herzerweichendes: Kevin Pabst und die Jungen Tenöre verzückten das Burladinger Publikum am frühen Sonntagabend in der St. Fideliskirche.

"Wir haben alle mitgelebt, Sie haben unsere Herzen berührt", bedankte sich Pfarrer Konrad Bueb am Sonntag bei den Jungen Tenören. Und unter den rund 400 Zuhörern in der gut gefüllten St. Fideliskirche hätte es keinen gegeben, der dem Pfarrer widersprochen hätte.

Zuvor hatten die drei Sänger Hubert Schmid, Hans Hitzeroth und Ilja Martin sowie der Trompeter Kevin Pabst zusammen mit drei Musikern im Hintergrund (Florian Schäfer, Keyboard, Stephan Reiser, Klarinette und Saxophon, sowie Karsten Gnetter an den Bässen) fast eineinhalb Stunden lang ein buntes Programm geboten, das die Erwartungen des Publikums nicht enttäuschte. "Bunte Klänge" waren versprochen worden, und die Musiker haben Wort gehalten.

"Es ist ja erst der fünfte Advent", begründete Ilja Martin die Konzerteröffnung mit dem Weihnachtslied "Tochter Zion" und einer Kurzfassung des Halleluja aus dem Messias von Händel. Im weiteren Konzertverlauf sind die Sänger dann immer wieder auf Weihnachtslieder zurückgekommen. Mit ihrem Hit "Der Stern von Bethlehem" hätten sie im vergangenen Jahr alle Weihnachtsfernsehsendungen gerockt, kündigte Ilja Martin ihren größten Hit an.

Doch gleich zu Beginn brillierten die Sänger in ihrer "Kernkompetenz", der Oper. Dumm nur, dass in Opern spätestens am Ende gewöhnlich fast alle Beteiligten tot sind, bedauern die Tenöre. Weshalb einfach die künstlerische Freiheit genutzt und nicht nur die Musik von Verdi mächtig aufgepoppt und gefällig arrangiert wird, sondern auch gleich der Text des Freundschaftsduetts des Don Carlos ganz positiv umgedichtet wird. "Man muss den Träumen endlich trau'n", ermuntern da die Sänger. Auch die typische Hochzeitsmusik wird von den kreativen Musikern einfach umgedeutet. Bei Mendelssohn ist der Bräutigam ein Esel, spotten sie, und bei Wagner hält die Ehe nur einen Tag. Das schreit geradezu nach einem neuen, positiven Text und so singen sie statt "Treulich geführt" "Schön wie der Tag stehst du vor mir". Vor einer Hochzeit, wenn die Liebe noch grün ist, ist Zeit für eine Liebesballade. Die jungen Tenöre hatten eine Eigenkomposition dabei und sangen "Du bist die Sonne meines Lebens", während draußen eine Winternacht anbrach.

Seit über zwei Jahren kennen die Sänger Kevin Pabst. Der junge Trompeter begleitet die Tenöre, ist aber auch als Solist absolut überzeugend. Sein abwechslungsreiches Repertoire reicht von Weihnachtsliedern über klassische Trompetenstücke. Besonders viel Beifall erhielt seine Interpretation des Stückes "Die letzte Rose" aus der Oper Marta. Bei seiner Ankündigung des Stückes "Ich bete an die Macht der Liebe" geht ein freudiges Raunen durch das Publikum.

Und nach seinem Stück "Mitternacht in Moskau" stehen die ersten Zuhörer auf. Dass der Trompeter aus dem Südschwarzwald auch singen kann, zeigt er bei seinem Gospel-Medley. "Oh when the saints go marching in" bewegt Hunderte Burladinger, beschwingt mitzuklatschen.

Zwei Zugaben hatten die Tenöre im Ärmel, aber das begeisterte Publikum hätte gerne noch mehr gehört. Statt weiterer Zugaben stellten sich die Sänger und Kevin Pabst zu einer Autogrammstunde und Gesprächen mit dem Publikum bereit. Und sie versprachen, angesichts der Gastfreundschaft des Publikums gerne auch wieder auf die Schwäbische Alb zu kommen.

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