Salmendingen Die Eschen am Kornbühl müssen fallen

Salmendingen / Matthias Badura 25.07.2018
Revierförster Andreas Hoh sieht in den kranken Bäumen ein hohes Gefahrenpotential.

Mit der Mittelanmeldung für den Haushalt 2018 war der Salmendinger Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Montag fix durch. Natürlich, man kennt sich aus. Schließlich bespricht man Monat für Monat, was das Dorf dringend benötigt, was angeschafft, was saniert werden sollte.

Viel länger und weit ausführlicher unterhielt man sich über eine Gruppe von Eschen, die gefällt werden sollen. Aber es handelt sich ja auch nicht um gewöhnliche Eschen, sondern um welche, die am Aufgang zum Kornbühl stehen – Salmendingens Wahrzeichen, Samendingens ,heiligem Berg’.

Revierförster Andreas Hoh referierte fast eine Dreiviertel Stunde über das Sterben, das die Eschen Europas seit einigen Jahren unaufhaltsam dahinrafft. Die durch das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ – ein Pilz –  hervorgerufene Epidemie, ist nicht aufzuhalten. Sie hat auch die Artgenossen am Kornbühl ergriffen.

Hoh machte deutlich: Wenn eine Esche vom dem aus Asien eingeschleppten Pilz befallen ist, ist sie nicht zu retten, Teile zu amputieren nütze nichts, die Krankheit schreite trotzdem fort. Die Äste verdorren in kürzester Zeit am Baum. Und nicht nur sie, auch der Stamm. Die Gefahr, brechender und herab stürzender Äste oder eines umfallenden Baumes sei groß.

Vier Eschen, die am Fuße des Kornbühl stehen, hält Hoh für schwer in Mitleidenschaft gezogen. Er sieht in den Todgeweihten eine extreme Gefahr für Fußgänger. Zwei andere, die etwas weiter oben wachsen, scheinen weniger angegriffen zu sein. Eine allzu lange Überlebenschance gibt der Forstmann jedoch auch ihnen nicht.

Der Grund, warum der Revierchef die Situation so ausführlich schilderte lag darin, dass alles, was mit dem Kornbühl zu tun hat, nicht nur den Salmendingern lieb und teuer ist, sondern auch Besucher aus dem Umland beobachten aufmerksam, was sich am Berg tut. Daher wollte Hoh verständlich machen, warum man überhaupt keine andere Möglichkeit habe, als die Motorsäge anzulegen. Freilich könnte sich der Ortschaftsrat auch dafür entscheiden, die Bäume stehen zu lassen. Dann aber, so der Förster, werde er die Sicherungspflicht abgeben, er nehme das Risiko eines vom Ast erschlagenen Spaziergängers auf dem stark benutzten Weg zur Kapelle nicht auf sich. Achselzucken beim Gremium. Die Argumente Hohs seien eindeutig, hieß es in der Runde. Wenn er als Experte empfehle, die Eschen zu fällen, werde man diesem Rat folgen. Den beiden weniger angegriffenen Bäumen wollte man jedoch eine Chance geben. Man bat Hoh, die beiden nochmals zu untersuchen. Die Entscheidung, ob sie weichen müssen, überlasse man ihm.

Ein Verlust? Das Fehlen der Bäume könne sich möglicherweise sogar positiv auf das Bild des Kornbühls auswirken, überlegte man. Noch stärker in diese Richtung dachte Ortschaftsrat Norwin Mößmer. Er fragte, ob man nicht weitere Baumgruppen am Kornbühl verkleinern könne? Dagegen sträubte sich wiederum Andreas Hoh. Die Pflege der vorhandenen Freiflächen sei enorm arbeitsintensiv. Er halte es für nicht ratsam, weitere zu schaffen. Das, warnte, der Forstmann, würde die Kräfte überdehnen und ginge auf Kosten des bisher Geleisteten.

Ortschaftsrat hält Ausschau nach neuem Baugelände

Mittelanmeldung In der Sitzung am Montagabend beratschlagte der Salmendinger Ortschaftsrat auch über die Anmeldung der Mittel für das kommende Haushaltsjahr. Abschließend einigte sich das Gremium auf folgende Vorhaben und folgende Prioritäten. 1. Mittel für den Grund­erwerb, um weitere innerörtliche Bauflächen erschließen zu können (geschätzte Kosten: 75 000 Euro), 2. Kanalsanierung und Gehwegsanierung in der Monkstraße (rund 250 000 Euro); 3. Anbau an das Feuerwehrgerätehaus für die Gemeindefahrzeuge (40 000 Euro); 4. Teilweise Erneuerung der Straßenbeleuchtung in der Kornbühlstraße (bisher keine Kostenschätzung); 5. Sanierung  verschiedener Straßendecken (20 000 Euro); 6. Kanalsanierung im Gewann Galgenbühl Richtung Melchingen (600 000 Euro); 7. Anlegen eines Beachvolleyballfeldes (keine Kostenschätzung); 8. Sanierung der Gemeinschaftsschuppen (30 000 Euro); 9. Anschaffung von Spielgeräten für den Spielplatz Monk (6000 Euro); 10. Anschaffung einer mobilen Geschwindigkeitsmesstafel (2500 Euro); 11. Anschaffung von Urnenstelen für den Friedhof (20 000 Euro).

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