Eine Horde Wildschweine durchwühlte im Dezember den Hausemer Sportplatz auf Schnait. Das rund 12.000 Quadratmeter große Gelände sieht aus, als ob es mit einem Sechscharpflug bearbeitet worden wäre.

Wie es dort nun weitergeht? der TSV, die Ortschafts- und auch die Stadtverwaltung haben sich Gedanken gemacht, entschieden ist momentan aber noch nichts. Könnte man das Feld nicht einfach planieren und neu einsäen, fragt sich der Laie?

Damit ist es nicht getan, erklärt Ortsvorsteher Erwin Staiger. Man habe Rücksprache mit Experten gehalten. Die sagen, dass mindestens zehn Zentimeter von der Oberschicht des Geländes abgetragen, entsorgt und dann mit Kunstrasensubstrat  wieder angefüllt werden müssen. Es dürfte sich dabei um jeweils rund 17.000 Tonnen Material handeln. Hätte man das anfänglich noch für einen Witz gehalten, wird angesichts dieser Zahlen klar, warum die Fachleute die Kosten für die Wiederherstellung des Platzes auf rund 150.000 Euro beziffern!

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Der TSV Hausen kann die Summe allein nicht stemmen, zumal er in Vergangenheit viel in das Spielfeld und in sein Vereinsheim investiert hat. Die Sportler hoffen nun auf die Solidarität der Mitbürger, gedacht ist daran, eine Spendenkampagne auszurufen; man hofft außerdem darauf Zuschüsse von der Stadt und vom Fußballbund zu erhalten. Nicht zuletzt will man die Sanierungskosten durch maximale Eigenleistung schmälern.

Eine Sache soll am neuen Sportplatz – so er denn kommt – besonders neu sein: Ein Zaun ringsum. Einen derartigen Wildschweinschutz hatte der TSV schon einmal beantragt. Damals erhob der Naturschutz jedoch Einspruch. Jetzt, berichtet Erwin Staiger, habe die Stadtverwaltung für Hausen einen erneuten Vorstoß gewagt. Möglich, dass die Behörde angesichts des Schadens, der den TSV getroffen hat, dieses Mal ihr Einverständnis gibt.

Es kam auch die Überlegung auf, ob sich die Jäger des betreffenden Reviers auf Schnait an den Kosten beteiligen müssen, schließlich handle es sich um einen Wildschaden. Doch hier dürfte nichts zu holen sein, Sonderkulturen, besagt das Gesetz, dürfen nicht bejagt werden. Damit sind die Jäger außen vor. Zwar ist nicht genau festgelegt, was alles unter den Begriff Sonderkultur fällt, aber darüber einen Rechsstreit anzufangen, hält zumindest Ortsvorsteher Staiger für müßig.

Untätig sind die Jäger aber nicht. Kreisjägermeister Walter Greff trommelt dieser Tage im Oberen Killertal für eine revierübergreifende Drückjagd, wie sie kürzlich auf breiter Front von Schlatt bis nach Ringingen hinauf stattfand. Greff will den Schwarzkitteln unbedingt zu Leibe rücken. Sie sind hervorragend über den milden Winter gekommen und stehen kurz davor, sich durch Nachwuchs im Frühling nochmals gewaltig zu vermehren.

Möglichst viele Abschüsse sollen aber nicht nur den Wildschäden vorbeugen, es geht auch darum, der Afrikanischen Schweinepest, die sich derzeit heranschleicht, die Angriffsfläche zu nehmen. Na und, könnte man argumentieren, soll die Seuche doch kommen. Dann räumt die eben mit der Wildsauerei auf. Aber das ist falsch gedacht. Wenn die Krankheit ausbricht, ist die Schweinemast der gesamten Bundesrepublik bedroht, dann drohen Milliardenschäden.

Allerdings, das merkte Greff, mit dem die HZ sprach, an, sind die Wildschweine nicht die einzigen Überträger. Die Hauptgefahr geht vom Menschen aus. Er ist es, der das für ihn harmlose Virus an der Kleidung in die Ställe schleppen könnte.

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Wildschweine wurden bei der jüngsten Drückjagd im Raum Burladingen erlegt. Ein Jagdhund wurde vom Wild tödlich verletzt, zwei weitere erlitten gefährliche Verletzungen.