Melchingen / Eugen Leibold  Uhr
Das Ensemble in Melchingen sucht dringend Verstärkung – auch aus der Umgebung.

Wird es die Seniorenkapelle Melchingen auch in naher Zukunft noch geben? Diese Frage stellen sich die Musikerinnen und Musiker in jüngster Zeit des Öfteren. Schon machen Gerüchte die Runde, dass sich die Kapelle auflöst oder bereits aufgelöst hat.

Grund für die Sorge und Grund für die kursierenden schlechten Nachrichten ist, dass mehrere Mitglieder des Ensembles aus Altersgründen ihre Musikerlaufbahn beendet haben oder beenden wollen. So sind mehrere Instrumentengruppen, darunter Klarinetten, Tuba und Flügelhorn zahlenmäßig schwach besetzt. Derart unterversorgt ist es nicht möglich, weiter zu spielen.

Die Gruppe wurde im April 2005 ins Leben gegründet. Ursprünglich dachte man nicht an eine „Senioren- sondern an eine „Ehemaligen“-Kapelle“, die nur ein einziges Mal zu einem besonderen Anlass auftreten sollte, nämlich am 3. Oktober 2005 bei den Burladinger Stadtmusiktagen, die damals in Melchingen stattfanden.

Nicht genügend Ehemalige

Die ursprüngliche Idee, diese Festkapelle nur mit Ehemaligen aus dem eigenen Dorf zu besetzten, stellte sich schnell als Illusion heraus. So kam der Gedanke auf, ehemalige Musiker aus der ganzen Stadt für den Auftritt zu gewinnen.

Zwar erwies sich zunächst auch das als schwierig, letztendlich klappte es aber doch. Somit konnte die Kapelle am 3. Oktober 2005 mit 20 Musikern und zwei Musikerinnen bei den Stadtmusiktagen auf die Bühne gehen. Die Mitglieder der Kapelle kamen aus der Gesamtstadt Burladingen, aus Jungingen, Talheim, Neufra und aus Bittelbronn.

Der Radius erweitert sich

Weil der Erfolg riesig war, entschloss man sich spontan, weiterhin gemeinsam zu musizieren. Unter dem Namen Seniorenkapelle Melchingen trat man mit Dirigent Stefan Hirlinger an der Spitze jährlich bei zirka zehn Veranstaltungen auf, wobei sich der Radius ständig vergrößerte.

2009 übergab Hirlinger den Dirigentenstab an Uli Barth, der im Ensemble bis heute den Ton angibt.

Geprobt wird jeden Freitagabend im Rathaus Melchingen. Die Seniorenkapelle spielt keine konzertante oder gar sinfonische Musik, sondern vorwiegend Polkas, Märsche und Walzer.

Es ist das Genre, das den älteren Musikern Spaß macht. Und es kommt beim Publikum gut an! Was dann die Beliebtheit der Seniorenkapelle und die große Nachfrage nach ihr erklärt. Ihre Musik ist unbeschwert, sie passt ins Festzelt und auf öffentliche Plätze, passt zu Feiern und fröhlichen Veranstaltungen.

Derzeit keine Auftritte mehr

Wegen der unzureichenden Besetzung sind öffentliche Auftritte in allernächster Zeit jedoch nicht mehr möglich. Sollte dies so bleiben, wird die Seniorenkapelle wohl bald wirklich nicht mehr existieren.

Die verbliebenen Mitglieder hoffen nun, dass sich Interessenten finden, die Freude daran haben, die frei gewordenen Plätze zu besetzen.

Was hat die Seniorenkapelle ihren Angehörigen dafür zu bieten? Bei allem Ehrgeiz geht es zuallererst um den Spaß und die Freude an der Musik – bei den Auftritten ebenso wie bei den Proben.

Ohne Leistungsdruck

Jedes Mitglied hat genug Orchesterkonzerte bestritten und muss sich nichts mehr beweisen. Und dasselbe gilt für den Dirigenten. Das Musizieren in der Seniorenkapelle hat bei aller Ernsthaftigkeit und Leidenschaft Hobby­charakter, es gibt keinen Zwang, es gibt keinen Leistungsdruck, dafür Kameradschaft.

Wer Interesse hat, der Kapelle beizutreten oder sich zumindest einmal unverbindlich informieren möchte, kann sich bei Dirigent Uli Barth erkundigen, seine Telefonnummer lautet 07126/1464, die Handynummer 0171/5252776.

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Mitglieder zählt die Seniorenkapelle, der Musiker aus dem ganzen Umkreis angehören derzeit noch. Doch die Zahl schwindet, gestartet ist man im Gründungsjahr 2005 mit 22.