Burladingen Demonstrationen gegen AfD-Ultras angekündigt

Die Polizei hat auch Präsenz angekündigt, wenn der ultrarechte Flügel der AfD am Samstag in der Burladinger Stadthalle tagt.
Die Polizei hat auch Präsenz angekündigt, wenn der ultrarechte Flügel der AfD am Samstag in der Burladinger Stadthalle tagt. © Foto: Archiv
Burladingen / Hardy Kromer 06.02.2019
Wenn sich die Höcke-Fans in der AfD am Samstag in Burladingen treffen, wird auch antifaschistischer Widerstand da sein.

Wenn sich die AfD-Ultrarechten am kommenden Samstag, 9. Februar, statt in Ulm nun in Burladingen treffen, dann werden sie nicht unter sich bleiben. Wie aus den sozialen Medien ersichtlich ist, organisieren sich bereits die Gegendemonstranten. Ein Facebook-Eintrag aus dem antifaschistischen Bündnis, das sich ursprünglich für eine Kundgebung auf dem Ulmer Eselsberg formiert hat, lautet: „,Unsere’ AfD geht nach Burladingen. Burlawas? Egal, hin da.“ Doch nicht allein von der Donau her wird Gegenwind organisiert, sondern auch vom Neckar: Tübinger Aktivisten kündigen bereits „ein antifaschistisches Wochenende“ an. Außer beim AfD-Neujahrsempfang am Freitagabend in Reutlingen wollen sie auch in Burladingen auf die Straße gehen.

Inzwischen ist bekannt, dass die Veranstaltung in der – von der Stadt Burladingen bereitwillig vermieteten – Stadthalle am Samstag um 14 Uhr beginnt. Saalöffnung ist bereits um 13 Uhr. Auf der Rednerliste stehen Doris von Sayn-Wittgenstein, Christiane Christen und Jessica Bießmann, denen allesamt enge Kontakte ins Neonazi-Milieu nachgewiesen wurde, sowie in der Tat auch Stefan Räpple, den die Polizei im Dezember aus dem Stuttgarter Landtag abführen musste.

Auch die Polizei wird da sein

Vor der Stadthalle vertreten sein wird auch die Polizei. „Wir werden einen Einsatz fahren“, sagt Thomas Kalmbach, Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. „Wir wissen aber noch nicht, in welcher Größenordnung. Das hängt auch von etwaigen Gegendemonstrationen ab.“

Die AfD-Ultrarechten, die in Gefolgschaft ihres Thüringer Lautsprechers Bernd Höcke „gegen Denk- und Sprechverbote innerhalb der Partei“ zu Felde ziehen und die AfD endgültig auf einen stramm nationalistischen Kurs festlegen wollen, haben mitgeteilt, dass bei ihrer „Dialogveranstaltung“ in Burladingen noch Platz ist. Wegen der „Mehrkosten“, die aus der kurzfristigen Verlegung von Ulm nach Burladingen resultieren, verlangen die Veranstalter zehn Euro Eintritt.

Mit „Willkommen im Zollern­albkreis“ hat der AfD-Kreisverband die Höcke-Jünger begrüßt. Am Mittwoch folgte der Hinweis von AfD-„Facebook-Redakteur“ Joachim Wald, er habe „diesen Willkommensgruß eigenständig ausgesprochen“, werde ihn aber auch nicht entfernen.

Korrektur zum HZ-Artikel vom Mittwoch: Der Balinger Landtagsabgeordnete Stefan Herre ist schon seit längerer Zeit nicht mehr Kreisvorsitzender der AfD. Seine große inhaltliche Distanz zu den Veranstaltern des Burladinger Treffens hatte er bereits bekundet.

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